
Das Creative Bureaucracy Festival gilt als die weltweit größte Veranstaltung für Innovationen im öffentlichen Sektor. Seit 2018 bringt es in Berlin Verwaltungsmitarbeitende, Politiker, Wissenschaftler, zivilgesellschaftliche Akteure und internationale Reformprojekte zusammen. Ziel ist es, erfolgreiche Beispiele einer modernen, innovativen und bürgernahen Verwaltung sichtbar zu machen und den Austausch über neue Lösungsansätze zu fördern. Anders als klassische Fachkongresse setzt das Festival bewusst auf eine offene, kreative Atmosphäre mit Bühnenformaten, Workshops, Diskussionen, Kunst- und Kulturangeboten.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Idee der „Creative Bureaucracy“, die auf den britischen Stadtentwickler Charles Landry zurückgeht. Dahinter steht die Überzeugung, dass Verwaltungen nicht nur Regeln umsetzen, sondern aktiv gesellschaftliche Veränderungen gestalten können. Das Festival versteht sich daher als Plattform für Menschen, die bestehende Routinen hinterfragen, innovative Projekte vorantreiben und Verwaltung als Teil der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen begreifen.
Die Mischung aus internationalem Erfahrungsaustausch, Praxisbeispielen und einem bewusst unkonventionellen Veranstaltungsformat hebt das Creative Bureaucracy Festival von klassischen Verwaltungskongressen ab. Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. ist seit mehreren Jahren Partnerin des Festivals und nutzt die Veranstaltung, um die Bedeutung professionellen Projektmanagements für die Modernisierung von Staat und Verwaltung zu verdeutlichen.
Verwaltung kann auch anders: kreativ, mutig und voller Ideen. Genau darum ging es beim Creative Bureaucracy Festival am 11. Juni 2026 in Berlin. Zwischen Festivalfeeling, Zukunftsdebatten und innovativen Projekten trafen hier Menschen aufeinander, die Staat und Verwaltung neu denken wollen. Die GPM war mittendrin: An unserem Stand erwartete Sie der interaktive Workshop „Mach dein Projekt erfolgreich“ mit Hannes Leiteritz – mit schnellen Impulsen, praktischen Methoden und frischen Ideen für Projekte, die nicht in endlosen Abstimmungsschleifen versanden.
Dr. René Mittelstädt, Sprecher Public Affairs der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V., stellte in seinem Vortrag die Frage, warum der Staat professionelles Projektmanagement benötigt. Dabei verwies er auf Studien, die zeigen, dass ein erheblicher Teil aller Projekte scheitert oder ihre Ziele nur eingeschränkt erreicht. Viele Vorhaben würden verspätet abgeschlossen, das Budget überschreiten oder nicht die gewünschte Qualität liefern. Für Mittelstädt ist dies nicht nur ein Problem einzelner Projekte, sondern auch eine Herausforderung für die Leistungsfähigkeit des Staates insgesamt. Erfolgreiche Staatsmodernisierung, so seine These, sei ohne professionell gesteuerte Projekte kaum möglich.
Anhand von Beispielen aus Verwaltung und Politik erläuterte Mittelstädt, welche Instrumente Projektmanagement für komplexe Veränderungsvorhaben bereitstellt. Klare Zieldefinitionen, strukturierte Planung, Risiko- und Stakeholderanalysen sowie eine verbindliche Projektkultur seien entscheidende Voraussetzungen für den Erfolg. Gleichzeitig appellierte er an Führungskräfte, Projektmanagement als strategische Führungsaufgabe zu verstehen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Projekte seien kein Selbstzweck, sondern ein wirksames Instrument, um Innovationen umzusetzen, politische Ziele zu erreichen und das Vertrauen in staatliches Handeln zu stärken.