
Viele Vorgehen werden in den Unternehmen inzwischen über Projekte umgesetzt. Laut der Studie „Projektifizierung 2.0 – Zweite Makroökonomische Vermessung der Projekttätigkeit in Deutschland“ (1) wurden 2022 mehr als 1/3 der Arbeitszeit in Projekten geleistet.
Viele Projekte verzögern sich, erreichen trotz erfolgreicher Umsetzung nicht den gewünschten Nutzen / Effekt oder werden abgebrochen. Laut der o.g. Studie scheitern gut ein Drittel der Projekte.

Nach der Studie ist der Projekterfolg zwischen 2013 und 2022 sogar gesunken. Was machen Projektmanager:innen erfolgreicher Projekte anders? Und was können wir davon lernen für zukünftige Projekte?
Wo Menschen – und so wie in Projekten häufig intensiv – miteinander arbeiten, gibt es unterschiedliche Meinungen und Haltungen. Wenn diese Meinungsverschiedenheiten nicht moderierend gesteuert und für den Projekterfolg genutzt werden, können diese schnell zu Konflikten führen.
Und Konflikte kosten Zeit (und damit Geld) und binden Energie – denn sie halten Menschen davon ab,
Nachfolgend betrachten wir Projekte aus der Sicht von Projektmanagement-Standards: Wo ergeben sich in der Interaktion innerhalb dieser Standards Konfliktpotentiale? Wie kann die Kombination aus den Hard Facts des Projektmanagements mit den Soft Facts des Konfliktmanagements das Risiko von Projektverzögerungen und -abbrüchen minimieren und zu einem nennenswerten Mehrwert für den Projekterfolg führen?
Viele Projekte werden anhand von Projektmanagement-Standards durchgeführt. Etabliert und weltweit anerkannt sind IPMA, PMI und Prince2. Allen gemein sind verschiedene Phasen, in denen Projekt durchgeführt werden. Minimal gesehen hat ein Projekt drei Phasen: Vorbereitung/Planung, Durchführung und Abschluss/Nachbereitung. In jeder dieser Phasen gibt es bestimmte Tätigkeiten, die in jedem Projekt notwendig sind.
In vielen Projekten werden jedoch diese Tätigkeiten nicht oder nicht durchgängig angewendet – und damit Chancen vergeben, wichtige Anhaltspunkte für Konfliktpotentiale frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.
Wir nehmen ein Beispielprojekt und verwenden nachfolgend die fünf Phasen des PM-Standards IPMA: Nehmen wir ein klassisches IT-Projekt. Ein CRM-System soll eingeführt werden. Die Projektleitung war aufgehängt im IT-Bereich. Das Projekt stockte, wurde nach einem Jahr erneut aufgesetzt und die Projektleitung von den Fachbereichen angesiedelt.
Wir haben in einem derartigen Projekt mehrere Ebenen:
Warum geriet das Projekt nun ins Stocken? Die IT-Abteilung hat das Projekt aus technischer Sicht verstanden, geplant und vorangetrieben. Die Fachabteilung wiederum hatte Schwierigkeiten die fachlichen Geschäftsprozesse technisch darzustellen.
Damit ergaben sich folgende Konfliktpotentiale:
In den Projektmanagementphasen gibt es u.a. nachfolgende Tätigkeiten. Dazu zeigen wir die Ansatzpunkte für die Konfliktvermeidung (à) für das obige Beispiel:
Mit diesen Stellschrauben können Sie Konfliktpotentiale strukturell minimieren. Wir freuen uns, wenn Sie die eine oder andere Stelleschraube ausprobieren und uns wissen lassen, wie es funktioniert hat.
Herzliche Grüße
Irene Timmers und Volker Pauling
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zert. Mediatorin, zert. Projektmanagerin, zert. Systemische Coach, zert. Agile Coach Mit ihrem Unternehmen Balanceakt unterstützt sie Unternehmen und Menschen, in der heutigen Zeit neue Wege zu gehen und Hindernisse wegzuräumen – mit dem Ziel, dass die Menschen zukünftig selbstständig den Balanceakt schaffen und Ihr Leben wieder farbenfroh ist. Ursprünglich aus der IT-Branche kommend bringt sie über zwei Jahrzehnte Erfahrung als Projektleiterin und Führungskraft sowie Expertise in der Prozessoptimierung und Digitalisierung mit.
info@balanceakt.lifeDer Diplom-Physiker Volker Pauling war über zehn Jahre Projektleiter bei der Deutsche Börse AG. Mit dieser Erfahrung hat er sich als Trainer für Projektmanagement, QM und PM-Software selbstständig gemacht und trainiert und berät seit 15 Jahren Unternehmen, die Projektmanagement in ihrer Organisation etablieren wollen. Für die GPM engagiert sich Volker Pauling ehrenamtlich in der Regionalleitung Kassel und seit 2024 im Ausschuss der Regionen.
info@pmtraining.de
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