
Mit einer mobilen Ausstellung im LKW macht das Projekt „Keep on rolling. Bau einer mobilen Ausstellung“ auf moderne Sklaverei aufmerksam und fördert gesellschaftliches Engagement. Es zeigt anschaulich, wie Projektmanagement im Non-Profit-Bereich eingesetzt wird, um globale Ausbeutungsstrukturen sichtbar zu machen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die Idee zur mobilen Ausstellung entstand aus dem Wunsch, komplexe globale Ungerechtigkeiten für eine breite Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. missio Aachen plante eine interaktive und filmisch gestaltete Ausstellung, die in einem LKW untergebracht ist. Der Truck trägt den Titel „Eine Welt. Keine Sklaverei“. Er thematisiert ausbeuterische und unfreie Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit.
Ein besonderer Fokus liegt auf der nordostindischen Region Assam. Dort herrschen in den Teeanbaugebieten Arbeitsverhältnisse, die Menschen besonders anfällig für Menschenhandel machen. Zielgruppe des Projekts sind vor allem Schulklassen, aber auch Erwachsene.
Das Projekt wurde klassisch organisiert. Die Projektlaufzeit begann im Juni 2022 und endete im November 2023. Bis zum 31. August 2023 wurde der Truck einsatzfähig fertiggestellt. Nach einem Probebetrieb stand er ab dem 31. Oktober 2023 für den regulären Einsatz bereit.
Die Projektleitung lag bei Dr. Martin Stauch, stellvertretender Leiter der Abteilung Inland bei missio. Ein festes Projektteam wurde durch zwei externe Dienstleister ergänzt. Die Finanzierung erfolgte durch missio und Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Die Umsetzung erfolgte auf Basis eines Projektstrukturplans. Risiken wurden frühzeitig identifiziert und dokumentiert. Dazu zählten unter anderem Unsicherheiten bei der Auswahl des Partnerlands, Herausforderungen bei der Filmproduktion vor Ort und mögliche Terminverzögerungen durch interne Abstimmungen oder steigende Baukosten. Für jedes dieser Risiken wurden mögliche Auswirkungen und Handlungsoptionen analysiert.
Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Räume, die unterschiedliche Aspekte moderner Sklaverei thematisieren. Im sogenannten „Wohnzimmer“ werden Produkte wie Orangen, Kleidung, Fleisch oder Fußball gezeigt. Diese stehen stellvertretend für Lieferketten, in denen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse bestehen.
Die Ausstellung wurde mit verschiedenen digitalen Elementen ausgestattet, um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen. Texte sind in einfacher Sprache verfügbar, es gibt Gebärdensprache, einen Audioguide und Inhalte in Englisch und Französisch. Zusätzlich steht ein digitaler Truckrundgang zur Verfügung.
Im letzten Ausstellungsraum stehen Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Dazu gehören unter anderem Petitionen, Demonstrationen, der Einsatz für ein Lieferkettengesetz, fairer Einkauf oder die direkte Unterstützung von Projekten. Die Ausstellung möchte nicht nur informieren, sondern auch Mut machen, sich zu engagieren.
Dieser Beitrag basiert auf dem Vortrag „Keep on rolling. Bau einer mobilen Ausstellung zum Thema „Eine Welt. Keine Sklaverei“ in einem Truck“, gehalten am 31. März 2023 im Rahmen der Online-Veranstaltungsreihe zu den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der GPM Fachgruppe Projektmanagement für bürgerschaftliches Engagement. Diese Veranstaltung widmete sich dem SDG 4: Hochwertige Bildung.
Keine Kommentare
Die GPM Fachgruppe für bürgerschaftliches Engagement stärkt Projektarbeit im gemeinnützigen Bereich. Ehrenamtlich getragene Vorhaben in Vereinen, Stiftungen oder sozialen Einrichtungen stellen besondere Anforderungen. Die Fachgruppe bietet Austausch, Praxisbeispiele und Impulse zur wirksamen Anwendung von Projektmanagement im Ehrenamt.
pm-fuer-buergerschaftliches-engagement@gpm-ipma.de
Kommentare