
Die Einführung von Projektmanagement-Software ist komplex und stellt Organisationen vor zahlreiche Herausforderungen. Ein strategischer, schrittweiser Ansatz ist entscheidend, um typische Stolpersteine wie „zu viel, zu schnell, zu unkoordiniert“ zu vermeiden. Das zentrale Prinzip lautet: vom Einfachen zum Komplexen. Die Einführung erfolgt idealerweise in mehreren „Wellen“, um Überforderung zu vermeiden und eine nachhaltige Akzeptanz zu erreichen.
Zu Beginn sollten Funktionen ausgewählt werden, die möglichst geringe Voraussetzungen mit sich bringen und leicht verständlich sind. Solche ersten Schritte führen schnell zu sichtbaren Erfolgen und fördern die Motivation der Anwender.
Ein Beispiel für die erste Einführungsstufe:
Für kleine Projekte kann zu Beginn sogar auf eine detaillierte Terminplanung verzichtet werden - eine einfache Aufgabenliste genügt. In größeren Projekten lassen sich zunächst nur wenige, grobe Arbeitspakete definieren, deren operative Umsetzung später agil nachverfolgt wird, etwa in Kanban-Boards.
Auf diese Weise sammeln Anwender erste praktische Erfahrungen mit der Software und den zugrundeliegenden PM-Methoden. Sobald sich diese Prozesse etabliert haben und Kinderkrankheiten behoben sind, kann der nächste Schritt erfolgen.
Sind die Grundfunktionen erfolgreich eingeführt, folgt das schrittweise Hineinwachsen in den vollen Funktionsumfang. Dabei ist eine logische Reihenfolge zentral: Neue Funktionen sollten auf bestehenden aufbauen.
Beispielsweise:
Ziel ist es, die Komplexität kontrolliert zu steigern und das System nicht zu überfrachten.
Funktionen mit hoher Komplexität, wie detaillierte Budgetsteuerung oder umfassende Ressourcenplanung, sollten in separaten Stufen oder Releases erfolgen. Auch hier gilt: vom Groben zum Feinen.
Beispiele für spätere Einführungsstufen:
Diese Komplexität erfordert häufig zusätzliche Abstimmungen zwischen Abteilungen und eine höhere methodische Reife - daher ist ein gesonderter Implementierungsschritt sinnvoll.
Die Einführung erfolgt oft in mehreren Releases, die funktional und organisatorisch aufeinander aufbauen:
Stufe 1: Minimalprodukt
Folgestufen:
Vertiefung bestehender Methoden:
Für jede neue Stufe können gezielte Trainingsmaßnahmen angeboten werden - kompakt und aufbauend auf dem vorhandenen Wissen. Die Schulungen sind effizienter, da die Nutzer bereits mit dem System vertraut sind.
Ein bewusster, stufenweiser Ausbau der PM-Software reduziert Reibungsverluste und steigert die Akzeptanz innerhalb der Organisation. Die Kombination aus schnellen Anfangserfolgen, logischem Funktionsausbau und gezielten Schulungen sorgt dafür, dass die Software als Unterstützung wahrgenommen wird - nicht als Belastung. So gelingt die Einführung nachhaltig und wirkungsvoll.
Dieser Blog-Beitrag basiert auf der von der GPM Fachgruppe Software für PM-Aufgaben erarbeiteten Methodenlandkarte zur Einführung von PM-Software (Autoren: R. Brenner, G. Chêne, N. Frischmuth, D. Krull, M. M. Meyer, H. Scheuring, R. Stuffer), welche hieraufgerufen werden kann.
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Die GPM Fachgruppe Software für PM-Aufgaben analysiert, strukturiert und bewertet das breite Spektrum moderner Projektmanagement-Software – von klassischen PM-Tools bis zu Cloud-, KI- und Plattformlösungen. Sie entwickelt Orientierungshilfen für Auswahl und Einführung, beschreibt Nutzen und Grenzen von PM-Tools und beleuchtet technologische Trends. Im Fokus stehen fachliche Building-Blocks, technologische Entwicklungen und praxisnahe Einführungsmodelle.
d.krull@gpm-ipma.de
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