Mit ihrer Präsenz auf der re:publica 2026 brachte die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. aktuelle Fragen der Projektarbeit auf die Bühne des Festivals für die digitale Gesellschaft. Zum Programm gehörte das interaktive Meetup „Projektleitungen ade? Wie KI-Systeme das Projektmanagement verändern. Das Experiment.“ von Prof. Dr. Doris Weßels und Claudia Jahnke.
Prof. Dr. Doris Weßels, Wirtschaftsinformatikerin und wissenschaftliche Leiterin des Zukunftslabors Generative KI, untersuchte gemeinsam mit der Projektmanagement-Expertin Claudia Jahnke, wie künstliche Intelligenz auf eine kritische Projektsituation reagiert.
Das Interesse war groß, der Raum vollständig besetzt. Auch Max Mundhenke, Host des Podcasts „Kollegin KI“, wollte das Meetup verfolgen. Wegen des Andrangs blieb ihm jedoch nur ein Platz außerhalb des Raums. Aus seinem Interesse an dem Experiment entstand die Idee, das Gespräch mit den beiden Referentinnen im Podcast fortzusetzen.
Ausgangspunkt des Meetups war eine zugespitzte Situation aus dem Projektalltag. Ein Team entwickelt eine App für nachhaltige Ernährung, als der Hauptentwickler kündigt. Gleichzeitig wird das Budget gekürzt und ein Wettbewerber bringt eine ähnliche Anwendung auf den Markt.
Zunächst entwickelten die Teilnehmenden eigene Reaktionen auf die Krise. Anschließend wurden ihre Einschätzungen den Vorschlägen des KI-Systems gegenübergestellt. Der Vergleich machte sichtbar, wie unterschiedlich Menschen und künstliche Intelligenz an komplexe Projektsituationen herangehen.
Einfache Antworten lieferte das Experiment bewusst nicht. Stattdessen rückten Fragen in den Mittelpunkt, die Projektleitungen zunehmend beschäftigen: Welche Aufgaben können KI-Systeme übernehmen? An welchen Stellen bleiben Erfahrung und Urteilsvermögen unverzichtbar? Und wie verändert sich Führung, wenn künstliche Intelligenz eigene Handlungsmöglichkeiten entwickelt?
In der Folge „KI im Projektmanagement: Wer führt hier wen?“ greifen Prof. Dr. Doris Weßels und Claudia Jahnke diese Fragen gemeinsam mit Max Mundhenke wieder auf. Das Gespräch richtet den Blick auf die entstehenden Mensch-Maschine-Teams und die Kompetenzen, die Projektleitungen künftig benötigen.
Auch Begriffe wie AI-Leadership, Schatten-KI und der „Tigerblick“ auf das eigentliche Projektziel spielen eine Rolle. Dahinter stehen konkrete Herausforderungen: Wie behalten Projektleitungen die Kontrolle über KI-gestützte Prozesse? Was geschieht, wenn Beschäftigte KI-Werkzeuge ohne gemeinsame Regeln nutzen? Und wie lässt sich verhindern, dass technische Möglichkeiten den Blick auf den tatsächlichen Projektauftrag verstellen?
Die Podcastfolge führt damit den Impuls der GPM auf der re:publica 2026 konsequent weiter. Sie fragt nicht nur, was künstliche Intelligenz im Projektmanagement leisten kann. Im Mittelpunkt steht auch, wie Projektleitungen KI-Systeme nutzen können, ohne die Verantwortung für Entscheidungen und das Projektziel aus der Hand zu geben.