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Staatsmodernisierung gelingt nicht zufällig: Die GPM zeigte Flagge für Projektmanagement auf dem Creative Bureaucracy Festival 2026

Die Möglichkeiten von KI werden auch in der öffentlichen Verwaltung zunehmend zum Thema – doch das Creative Bureaucracy Festival 2026 zeigte, dass die Zukunft der Verwaltung nicht allein in neuen Technologien liegt. Unter dem Motto „Creative Bureaucracy – Stronger Democracy“ kamen am 11. Juni im Berliner Festsaal Kreuzberg Menschen aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um über neue Wege für einen handlungsfähigen Staat zu diskutieren. Zwischen Festivalatmosphäre, Innovationsschau und Fachdebatten wurde deutlich: Verwaltung kann auch kreativ, mutig und lösungsorientiert sein.

Im Mittelpunkt standen dabei die großen Herausforderungen unserer Zeit – von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz über Fachkräftemangel bis hin zur Frage, wie Vertrauen in staatliches Handeln gestärkt werden kann. Die mehr als 2.000 Teilnehmenden erwartete ein Programm mit Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden, die allesamt ein gemeinsames Ziel verfolgten: den Staat fit für die Zukunft zu machen. 

Auch die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. war auf dem Festival präsent. An ihrem Stand lud sie Besucherinnen und Besucher zum interaktiven Workshop „Mach dein Projekt erfolgreich“ ein. Gemeinsam mit Hannes Leiteritz konnten Interessierte praxisnahe Methoden kennenlernen und Impulse für die erfolgreiche Umsetzung eigener Vorhaben mitnehmen – ganz nach dem Motto: Projekte sollen Wirkung entfalten und nicht in endlosen Abstimmungsschleifen versanden. 

Ein Highlight für die Delegation der GPM war der persönliche Austausch ihres Präsidenten Prof. Dr. Peter Thuy mit Charles Landry, dem Gründer des Creative Bureaucracy Festivals. Landry gilt international als einer der prägenden Vordenker für kreative Verwaltung und innovative Stadtentwicklung. Das Treffen unterstrich die Bedeutung des Dialogs zwischen Verwaltungspraxis, Wissenschaft und professionellem Projektmanagement. Für die GPM bot sich dabei die Gelegenheit, die Rolle von Projektmanagement als zentralen Erfolgsfaktor für gesellschaftliche Transformationen in einen internationalen Kontext einzuordnen und neue Impulse für die Weiterentwicklung des öffentlichen Sektors mitzunehmen. 

Einen besonderen Akzent setzte zudem der Vortrag von Dr. René Mittelstädt, Sprecher Public Affairs bei der GPM. Unter der Leitfrage „Warum braucht der Staat Projektmanagement?“ machte er deutlich, dass viele gesellschaftliche Transformationsprozesse letztlich als Projekte organisiert werden müssen – und dass der Erfolg eines Projektes kein Zufall ist, sondern erheblich von gutem Projektmanagement abhängt. 

Mittelstädt verwies auf Studien, nach denen ein erheblicher Anteil aller Projekte scheitert oder ihre Ziele nur eingeschränkt erreicht. Gerade im öffentlichen Sektor könne dies weitreichende Folgen haben. Denn wenn Großvorhaben verspätet abgeschlossen werden, deutlich teurer werden als geplant oder ihre Wirkung verfehlen, beeinträchtige dies nicht zuletzt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Leistungsfähigkeit des Staates. 

Projektmanagement sei dabei weit mehr als die Anwendung einzelner Methoden, betonte Mittelstädt. Vielmehr gehe es um eine professionelle Herangehensweise: klare Zieldefinitionen, realistische Zeitplanung, frühzeitige Risikoanalysen und die systematische Einbindung relevanter Stakeholder. Instrumente wie SMART formulierte Ziele, Projektstrukturpläne oder Meilensteine könnten dazu beitragen, komplexe Vorhaben transparenter und erfolgreicher zu gestalten. 

Zugleich richtete sich sein Appell ausdrücklich an Führungskräfte in Politik und Verwaltung. Projektmanagement müsse als Führungsaufgabe verstanden werden. Nur wenn Projekte institutionell unterstützt und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen würden, könnten sie ihr Potenzial entfalten. Gute Projekte seien kein Selbstzweck, sondern ein wesentlicher Baustein erfolgreicher Staatsmodernisierung. 

Dass Verwaltungserneuerung mehr ist als Digitalisierung, zeigte auch der Vortrag von Frederik Blachetta, Chief Technology Officer der Bundesdruckerei. Er plädierte dafür, Staatsmodernisierung als gemeinschaftliche Aufgabe verschiedener Akteure zu begreifen. Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung müssten enger zusammenarbeiten, um leistungsfähige digitale Ökosysteme zu schaffen. Digitalisierung allein sei kein Allheilmittel – entscheidend sei vielmehr die Bereitschaft, Prozesse grundlegend neu zu denken. 

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich den Arbeitswelten der Zukunft in Behörden. Vertreterinnen verschiedener Berliner Verwaltungen berichteten über ihre Erfahrungen mit neuen Bürokonzepten, Homeoffice-Regelungen und modernen Formen der Zusammenarbeit. Dabei wurde deutlich, dass der eigentliche Wandel weniger in neuen Möbeln oder technischen Lösungen besteht als in einer veränderten Organisationskultur. Beteiligung, Kommunikation und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, wurden als zentrale Erfolgsfaktoren hervorgehoben. 

Das Creative Bureaucracy Festival 2026 machte damit vor allem eines deutlich: Die Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nicht mit Routinen von gestern bewältigen. Ob Projektmanagement, Digitalisierung oder neue Arbeitsformen – entscheidend ist der Mut, Verwaltung weiterzuentwickeln und Veränderungen aktiv zu gestalten. Die GPM brachte sich mit ihren Impulsen und Angeboten in diese Debatte ein und setzte zugleich ein klares Zeichen: Es ist Zeit für Projektmanagement. 

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Sebastian Wieschowski