
Die IT-Branche zählt zu den wichtigsten Treibern wirtschaftlicher Entwicklung im Allgäu. Unternehmen unterschiedlichster Branchen investieren in Digitalisierung, neue Softwarelösungen und datenbasierte Geschäftsmodelle. Auch öffentliche Einrichtungen stehen vor der Aufgabe, Prozesse effizienter und zukunftsfähig zu gestalten. Diese Entwicklungen führen zu einer steigenden Zahl komplexer IT-Projekte, die häufig bereichsübergreifend organisiert sind.
Damit rückt professionelles Projektmanagement stärker in den Fokus. IT-Projekte erfordern heute nicht nur technisches Know-how, sondern vor allem die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen zu koordinieren, Kommunikation zwischen IT und Fachbereichen zu strukturieren und Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten. Genau hier setzt der IT-PROJEKTDIALOG Allgäu an.
Initiatorin Beate Roch, selbständige IT-Projektmanagerin, eröffnete die Veranstaltung mit einer klaren Zielsetzung: Neben klassischen IT-Projektmanagerinnen und -managern sollen gezielt auch Vertreterinnen und Vertreter aus Fachbereichen wie Marketing, Controlling oder HR angesprochen werden. Der interdisziplinäre Ansatz soll dazu beitragen, die Zusammenarbeit in IT-Projekten zu verbessern und eine gemeinsame Sprache zwischen IT und Fachbereichen zu fördern.
Im Zentrum steht dabei ein bewusst formulierter „Spirit“ der Veranstaltung: gemeinschaftliche Verantwortung, Austausch auf Augenhöhe sowie aktives Zuhören mit dem Ziel, die Perspektiven anderer zu verstehen. Dieses Grundverständnis prägt das Format und unterscheidet es von klassischen Vortragsveranstaltungen.
Der Auftakt war bewusst dialogorientiert gestaltet. Nach einer persönlichen Vorstellungsrunde, die neben beruflichen Rollen auch individuelle Perspektiven auf Projektarbeit einbezog, folgte eine moderierte Netzwerkphase in Zweiergruppen.
Die Teilnehmenden diskutierten konkrete Erfahrungen aus ihrer Projektpraxis. Im Fokus standen unter anderem überraschende Herausforderungen der letzten Monate, wiederkehrende Hürden im Projektalltag sowie der Umgang mit Schnittstellen zwischen IT und Fachbereichen. Auch Fragen nach Erfolgsdefinitionen, persönlichen Stärken und motivierenden Momenten in Projekten wurden aufgegriffen.
Die Leitfragen zielten darauf ab, Reflexion anzustoßen und voneinander zu lernen. Der strukturierte Rahmen erwies sich dabei als geeignet, um auch in kleiner Runde einen intensiven und offenen Austausch zu ermöglichen.
Inhaltlich zeigte sich ein breites Themenspektrum. Besonders intensiv wurde der Einsatz von Künstlicher Intelligenz aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert. Der Austausch mit Teilnehmenden, die über spezifisches KI-Know-how verfügen, wurde als bereichernd wahrgenommen.
Darüber hinaus stießen Themen wie moderne Datenarchitekturen, etwa Datengraphen, auf Interesse. Auch organisatorische Fragen wurden adressiert, insbesondere die Rolle des Managements im Umgang mit Projekten und die strukturelle Verankerung von Projektarbeit in Unternehmen.
Ein Teilnehmer hob hervor, dass insbesondere die Vielfalt der Rollen im Austausch einen Mehrwert geschaffen habe. Zugleich wurde der Wunsch formuliert, künftige Treffen durch Impulsvorträge oder Projektberichte aus der Praxis zu ergänzen und auch in Unternehmen vor Ort durchzuführen.
Der erste IT-PROJEKTDIALOG Allgäu hat gezeigt, dass ein Bedarf für einen strukturierten Austauschraum für IT-Projekte in der Region besteht. Die Kombination aus moderiertem Dialog, persönlicher Vernetzung und praxisnahen Fragestellungen bildet eine tragfähige Grundlage für den weiteren Ausbau des Formats.
Ziel ist es, ein stabiles Netzwerk von 15 bis 25 engagierten Projektbeteiligten aufzubauen, die gemeinsam Verantwortung für erfolgreiche Projekte in der Region übernehmen. Die Veranstaltungen sollen künftig quartalsweise stattfinden und schrittweise um zusätzliche Impulse ergänzt werden.
Die Teilnahme bleibt offen für Interessierte aus Unternehmen, öffentlicher Verwaltung und Organisationen. Eine Mitgliedschaft in der GPM ist nicht erforderlich.