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Weiterbildungsbedarf im Projektmanagement: Was Unternehmen und Beschäftigte heute brauchen

Fragt man Geschäftsführungen, welche Fähigkeiten in ihrem Unternehmen wichtiger geworden sind, fällt die Antwort eindeutig aus: KI-Kompetenz. 79 Prozent nennen sie. Fragt man Beschäftigte, was sie für ihre berufliche Entwicklung brauchen, stehen ganz andere Dinge oben: Kommunikationsfähigkeit und Selbstorganisation, jeweils mit 93 Prozent. 

Zu diesem Ergebnis kommt die Weiterbildungsstudie 2026 der Bitkom Akademie. Bitkom Research hat dafür 84 Unternehmensleitungen und 1.275 Berufstätige befragt. 

Auf den ersten Blick sieht das nach zwei Welten aus. Bei genauerem Hinsehen beschreiben beide Gruppen dieselbe Aufgabe, nur von verschiedenen Seiten. Neue Technik bringt erst dann etwas, wenn Menschen sie sinnvoll einsetzen und die Veränderung gemeinsam tragen. Genau an dieser Stelle arbeitet Projektmanagement. 

Zwei Perspektiven auf den Weiterbildungsbedarf 

Vorab eine Einschränkung: Beide Gruppen haben unterschiedliche Fragen beantwortet. Unternehmensleitungen sollten sagen, welche Fähigkeiten in den letzten drei Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Beschäftigte sollten einschätzen, welche Kompetenzen für ihre eigene Weiterentwicklung wichtig sind. Die Prozentwerte lassen sich deshalb nicht direkt gegeneinanderstellen. Sie zeigen aber gut, wohin jeweils der Blick geht. 

Unternehmensleitungen: Der Wandel gibt das Tempo vor 

Nach der KI-Kompetenz folgen Veränderungsfähigkeit (54 Prozent) und der Umgang mit digitalen Anwendungen (43 Prozent). Strategisches Denken nennen 39 Prozent, Innovationsfähigkeit 32 Prozent. 

Kommunikation (25 Prozent) sowie Führung und Mitarbeitersteuerung (23 Prozent) landen weiter hinten. Das heißt nicht, dass sie unwichtig wären. Es bedeutet lediglich, dass diese Fähigkeiten seltener als deutlich wichtiger geworden eingestuft wurden. Die Unternehmensleitungen beschäftigt vor allem eine Frage: Wie bringen wir neue Technologien, angepasste Prozesse und strategische Vorhaben tatsächlich in die Umsetzung? 

Beschäftigte: Es geht um Handlungsfähigkeit im Alltag 

Bei den Berufstätigen liegen Kommunikationsfähigkeit und Selbstorganisation mit jeweils 93 Prozent vorn, knapp gefolgt von fachlicher Expertise (91 Prozent). Dahinter kommen Veränderungsfähigkeit (89 Prozent), strategisches Denken und der Umgang mit digitalen Anwendungen (jeweils 88 Prozent). KI-Kompetenz halten 71 Prozent für wichtig. 

Wer so antwortet, möchte vor allem im eigenen Job gut zurechtkommen: Aufgaben selbst in die Hand nehmen, mit anderen gut zusammenarbeiten, sich auf Neues einstellen. 

Für Projekte gilt beides zugleich. Sie sollen die Ziele der Organisation erreichen. Damit sie erfolgreich sind, müssen die Beteiligten die Veränderungen verstehen und mitgestalten können. 

Hinweis: Die Weiterbildungsstudie 2026 ist nicht repräsentativ. Die Ergebnisse der Unternehmensleitungen beruhen auf 84 Befragten, die der Berufstätigen auf 1.275. 

Warum der Weiterbildungsbedarf über Fachwissen hinausgeht 

Wie eng beides zusammenhängt, sieht man gut an einem typischen Vorhaben: Ein Unternehmen will interne Abläufe mithilfe von KI verbessern. 

Das Projektteam muss zuerst klären, welche Aufgaben sich überhaupt dafür eignen und was die Anwendung bringen soll. Dabei müssen die unterschiedlichen Anforderungen der Fachabteilungen aufeinander abgestimmt werden. Risiken müssen bewertet werden. Und am Ende müssen die Kolleginnen und Kollegen bereit sein, anders zu arbeiten als bisher. 

Technisches Verständnis braucht das Team dafür ohne Frage. Entscheidend sind aber oft andere Dinge: klare Ziele, gut abgestimmte Entscheidungen und Menschen, die verstehen, warum sich etwas ändert. Fehlt das, bleibt auch eine gute Lösung hinter ihren Möglichkeiten zurück. 

Für die Qualifizierung von Projektverantwortlichen bedeutet das: Fachliche, methodische und persönliche Fähigkeiten müssen im Zusammenspiel betrachtet werden. 

Wie die ICB 5 auf neue Kompetenzanforderungen reagiert 

Einen Rahmen, der diese Fähigkeiten zusammendenkt, gibt es im Projektmanagement schon lange: die Individual Competence Baseline (ICB) der International Project Management Association (IPMA). Sie beschreibt, was Menschen im Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement können sollten. Und zwar nicht nur methodisch, sondern auch im Umgang mit anderen und mit dem Umfeld, in dem ein Projekt stattfindet. 

Im Oktober 2026 hat die IPMA in Zadar die neue Fassung eingeführt: die ICB 5. Sie baut auf der bewährten Struktur auf und setzt neue Schwerpunkte: Führung in komplexen Situationen, Transformation, Technologie und Nachhaltigkeit. Auch künstliche Intelligenz zieht sich als Querschnittsthema durch die neuen Standards. 

Vieles davon deckt sich mit den Ergebnissen der Bitkom-Studie, auch wenn diese die ICB nicht untersucht. Die Studie zeigt, warum diese Weiterentwicklung in der Praxis gebraucht wird. 

Kommunikation und Selbstorganisation. Wer ein Projekt leitet, muss Interessen zusammenbringen, Dinge verständlich erklären und auch unter Druck den Überblick behalten. Das ist keine nette Ergänzung zum Methodenwissen. Es gehört zum Kern der Projektarbeit. 

Strategisches Denken. Welchen Nutzen soll das Projekt bringen? Was ist wirklich wichtig? Gerade bei großen Veränderungen reicht es nicht, nur auf das eigene Projektziel zu schauen. Entscheidungen müssen auch für die Organisation als Ganzes Sinn ergeben. 

Veränderung steuern. Neue Technik oder geänderte Prozesse werfen Planungen schnell über den Haufen. Veränderungsfähigkeit ist deshalb nicht nur eine Frage der Persönlichkeit. Sie zeigt sich darin, wie ein Projekt gesteuert wird: welche Vorgehensweise man wählt, wie man mit Risiken umgeht und wie schnell man nachsteuert. Nicht zufällig ist Transformation einer der neuen Schwerpunkte der ICB 5. 

KI als Querschnittsthema. KI berührt fast alle dieser Punkte. Projektverantwortliche müssen erkennen, wo der Einsatz sinnvoll ist, Ergebnisse kritisch prüfen und abschätzen, was sich dadurch an Entscheidungen, Abläufen und Zusammenarbeit ändert. Die ICB 5 greift künstliche Intelligenz deshalb ausdrücklich als Querschnittsthema auf. Wichtig ist dabei, KI nicht als isoliertes Werkzeug zu sehen, sondern immer im Zusammenhang mit dem konkreten Projekt. 

Wie lässt sich der Weiterbildungsbedarf im Projektmanagement decken? 

Die Bereitschaft ist da: 85 Prozent der befragten Beschäftigten betrachten Weiterbildung als zentralen Bestandteil ihrer Arbeit und nicht als Belohnung durch den Arbeitgeber. 

Für Personalverantwortliche ebenso wie für Projektverantwortliche stellt sich damit eine praktische Frage: Welche Weiterbildung wird eigentlich gebraucht? 

Ein guter Startpunkt ist der ehrliche Blick auf zwei Dinge. Was kann jemand schon? Und was kommt als Nächstes? Wer zum ersten Mal ein Projektteam führt, braucht andere Schwerpunkte als jemand, der seit Jahren große Transformationsvorhaben verantwortet. 

Auch das Lernen selbst sieht unterschiedlich aus. Methoden lassen sich gut strukturiert vermitteln. Kommunikation, Führung oder den Umgang mit Konflikten lernt man dagegen vor allem, indem man sie anwendet, sich mit anderen austauscht und das eigene Handeln reflektiert. 

Hier setzt die GPM Weiterbildung im Projektmanagement an. Sie orientiert sich am Kompetenzverständnis der IPMA und verbindet fachliche, persönliche und kontextbezogene Fähigkeiten, abgestimmt auf den jeweiligen Entwicklungsstand. 

Mit der IPMA Zertifizierung lassen sich diese Kompetenzen auf verschiedenen Levels nachweisen. Beschäftigte gewinnen dadurch Orientierung für ihre nächsten Schritte, und Unternehmen können Qualifikationen besser einordnen. 

Fazit: Zwei Seiten desselben Qualifizierungsbedarfs 

Auf den ersten Blick wollen Unternehmen und Beschäftigte Verschiedenes: die einen KI und Veränderungsfähigkeit, die anderen Kommunikation und Selbstorganisation. Tatsächlich beschreiben sie keinen Widerspruch, sondern zwei Seiten desselben Qualifizierungsbedarfs. Unternehmen brauchen Menschen, die Veränderung umsetzen können. Und Veränderung gelingt nur mit Menschen, die kommunizieren, sich selbst organisieren und mitgestalten können. 

Genau diese Verbindung ist der Kern professioneller Projektarbeit. Wer den Weiterbildungsbedarf im Projektmanagement bestimmt, sollte deshalb nicht fragen, ob Technologie oder persönliche Kompetenzen wichtiger sind. Die entscheidende Frage ist, wie beides zusammenkommt. 

Welche Weiterbildung passt zu Ihrem nächsten Karriereschritt? Entdecken Sie die GPM Weiterbildung im Projektmanagement. 

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Autoren

Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. ist ein gemeinnütziger Fachverband für Projektmanagement. Dieser trägt wesentlich zur Professionalisierung und Weiterentwicklung des Projektmanagements in Deutschland bei und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Zertifizierung im Projektmanagement.

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