Mentee Dominik Robst im Interview
Herr Robst, was möchten Sie den Leserinnen und Lesern über sich erzählen?
Dominik Robst: Ich bin in einem Jugendheim aufgewachsen und musste schwere Schicksalsschläge akzeptieren. Trotz widriger Umstände habe ich mich dazu entschieden, etwas aus meinem Leben zu machen und habe mich von unten nach oben gearbeitet. Ich habe in der Automobilindustrie gelernt, mehrere Jahre dort gearbeitet und mir dadurch auch mein Masterstudium des allgemeinen Maschinenbaus an der Bergischen Universität Wuppertal finanziert. In der Automobilindustrie konnte ich Softwareaufgaben und Konstruktionsaufgaben nachgehen. Anschließend bin ich für ein Automobilunternehmen in die USA gegangen und habe dort als generalistisch aufgestellter Ingenieur Aufgaben im Projektmanagement übernommen. Über diese Erfahrungen bin ich dann in die Gebäudetechnik gekommen und heute bin ich Projektmanager in der Pharmaindustrie. Mein Themenschwerpunkt liegt aktuell in der Digitalisierung, wobei Projektmanagement genau mein Steckenpferd ist.
Seit wann und weshalb sind Sie GPM Mitglied und wie wurden Sie auf den Verband aufmerksam?
Ich bin seit Anfang 2021 Mitglied bei der GPM. Durch meine Weiterbildung im Projektmanagement (IPMA) wurde ich auf die GPM aufmerksam. Als Führungskraft stelle ich mir oft selbst Fragen, z. B. Was ist eine gute Führungskraft? Welcher Führungsstil ist der beste? Wie bekommt man selbstdenkende Mitarbeitende oder wie werden Ziele definiert, wenn diese nicht messbar sind? Dazu habe ich ein „Coaching“ gesucht und ich finde den kompetenzbasierten Ansatz der GPM ziemlich gut, da jedes Projekt anders ist. Führungskräfte können sich untereinander wenig austauschen und stehen mit Problemen oft allein da. Diesen Austausch suche ich. Unter anderem geht es darum, wie beispielsweise Zeitaufwände richtig eingeschätzt, Kosten bei agilen Projekten konkret abgeschätzt oder besser mit Kunden kommuniziert werden kann.
Seit wann sind Sie Mentee im Rahmen des GPM Mentoring-Programms und mit welchen Erwartungen und Zielen sind Sie in diese Partnerschaft gegangen?
Mitte 2021 bin ich mit der Erwartung in das Mentoring-Programm gestartet, Unterstützung bei spezifischen Situationen als Führungskraft zu bekommen. Was kann ich als Projektmanager beispielsweise konkret unternehmen, wenn Arbeitspakete erweitert werden oder Zielvorgaben unrealistisch sind? Da ich, wie bereits erwähnt, in einem Kinderheim aufgewachsen bin, musste ich meine Probleme schon sehr früh selbst lösen. Ich hatte selten jemanden den ich mal um Rat fragen konnte. Während meines Ingenieurstudiums übernahm ich die Pflege eines Angehörigen und bin zusätzlich noch arbeiten gegangen. Das hat letztlich dazu geführt, dass mein Studium sich verlängert hat. Spricht man darüber mit einem Arbeitgeber? Wie erklärt man diese Situation? Ich bin froh Herrn Barth diese Fragen stellen zu dürfen und für seinen Rat sehr dankbar.
Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt? Oder haben sich Ihre Erwartungen und Ziele verändert?
Ich habe meine Erwartungen offengelegt und direkt zu Beginn kommuniziert. Und ja, meine Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt. Die Kommunikation im Betrieb ist viel besser geworden und ich weiß jetzt, was ich in schwierigen Situationen machen kann, um souveräner agieren zu können.
Wie würden Sie Ihre Partnerschaft beschreiben?
Wir können auf Augenhöhe und vertrauensvoll miteinander sprechen. Herr Barth reagiert auch asynchron zu unseren Regelterminen und nahezu direkt auf spezifische Anfragen mit Ratschlägen, das empfinde ich als sehr hilfreich.
Wie häufig treffen Sie sich und wie laufen Ihre Treffen ab?
Wir haben alle zwei Wochen einen Regeltermin eingeführt, der auch meistens stattfindet. Wir teilen meist vorab eine kurze Agenda, welche das Grundgerüst der Gespräche darstellt. Modifikationen sind aber immer möglich. Zu Beginn haben wir den Fokus auf das Kennenlernen gelegt, um damit eine Vertrauensbasis und Grundlage zu schaffen. Wir haben danach gemeinsam einige Grundregeln definiert, um besser zu verstehen, wie die gegenseitigen Erwartungshaltungen sind. Seither können wir immer ungezwungen, aber professionell alle Themen besprechen.
Würden Sie das Mentoring-Programm weiterempfehlen und wenn ja, weshalb?
Ja, ich würde das GPM Mentoring-Programm empfehlen. Herr Barth ist ein top ausgebildeter Manager und sein Rat ist stets durchdacht. Es gibt eine Fülle an Fragen, welche wir gemeinsam behandeln und uns beide voranbringen. Dazu nutzen wir virtuelle Meetings, über die wir auch Präsentationen oder Dokumente zum besseren Verständnis teilen können.
Typische Fragestellungen sind beispielsweise:
Wie schätze ich Arbeitspakete ein? Wie habe ich mehr Zeit für das Wesentliche? Wie erfüllt man die Erwartungshaltung von Stakeholdern? Brauche ich eine Vision?
Wie kann ich als Führungskraft konsequenter sein? Wie führe ich erfolgreich und wie viele Mitarbeitende kann man überhaupt führen? Was sind die Aufgaben einer Führungskraft und welche Aufgaben sollten delegiert werden? Was ist die wichtigste Kompetenz einer Führungskraft und wie nutze ich diese?
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