Mein Blogger-Kollege Dr. Hagen hat jüngst in seinem Blog einen Beitrag veröffentlicht, der mir vollkommen aus der Seele spricht: „Schattenkämpfe im Projektmanagement – Schluss damit!„. Er stellt darin die These auf, dass die meisten Experten- und Praktiker-Diskussionen im Zusammenhang mit dem vermeintlich „richtigen Vorgehen“ in Projekten reine Schattenkämpfe sind. Da werden „Klassisches Projektmanagement“ und deren Protagonisten hingestellt, als würden sie aus dem Mittelalter kommen und allein das neue, das agile Projektmanagement als Segen propagiert. Damit lässt sich natürlich viel Aufmerksamkeit erzielen, oder Publicity für seine Dienstleistungen machen. Interessanterweise sind die meisten Protagonisten des agilen Projektmanagements Berater, die ihre Ansätze nur selten selbst ausprobiert haben oder nur in einem recht begrenzten Feld arbeiten, so z. B. in der Software-Entwicklung. Es gibt meiner Ansicht nach weder „klassisch“ noch „modern“, denn die klassischen Ansätze haben sich natürlich in den letzten Jahren auch weiterentwickelt und werden flexibel, ja teilweise sogar sehr agil angewendet. Auch das agile Projektmanagement kommt in der Regel nicht so agil daher wie es den Anschein hat. Da wird nämlich viel „Klassik“ beigemischt oder etwas Klassischem (wie z. B. dem „Kanban“ aus der Automobilindustrie der 1950er) der Anstrich des Modernen und Agilen gegeben.
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Dr. Reinhard Wagner hat mehr als 40 Jahre Berufserfahrung und berät Führungskräfte in der Wirtschaft bei der Professionalisierung ihres Projektgeschäfts. Er ist Geschäftsführer der Projektivisten GmbH und ehemaliger Präsident der GPM sowie der IPMA. Seit vielen Jahren ist er maßgeblich an der Weiterentwicklung der PM-Disziplin beteiligt und hat inzwischen 48 Fachbücher sowie hunderte Fachartikel veröffentlicht. Er ist Professor für PM und KI in zwei Doctoral Study Programs der Alma Mater Europaea University in Maribor sowie der Stellenbosch University in Südafrika.
r.wagner@gpm-ipma.de
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