Mit der neuen ISO 9001:2026 rückt Projektmanagement stärker in den Fokus des Qualitätsmanagements. Die überarbeitete Norm wurde am 16. September 2026 veröffentlicht. Zwar enthält die Norm auch weiterhin kein eigenes Kapitel zum Projektmanagement, viele der neuen bzw. nachgeschärften Anforderungen lassen sich jedoch nur durch strukturierte Projektarbeit wirksam umsetzen.
Besonders betroffen sind das Änderungsmanagement, die Steuerung von Risiken und Chancen, die Einbindung von Lieferanten sowie die dokumentierte Information. Änderungen müssen künftig systematischer bewertet, geplant, überwacht und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft werden. Gleichzeitig werden klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Entscheidungswege und eine stärkere Einbindung des Top-Managements erwartet.
Auch die Zusammenarbeit mit Lieferanten und anderen interessierten Parteien gewinnt an Bedeutung. Unternehmen müssen Kommunikations- und Schnittstellenanforderungen eindeutiger festlegen und externe Partner stärker in Qualitäts-, Risiko- und Nachhaltigkeitsaspekte einbeziehen.
Neu ist zudem die stärkere Berücksichtigung aktueller Entwicklungen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Resilienz und Klimawandel. Diese Themen sollen im Unternehmens- und Projektkontext bewertet und bei Bedarf in bestehende Prozesse integriert werden. Digitale Werkzeuge können dabei helfen, dokumentierte Informationen effizient, transparent und revisionssicher zu verwalten.
Fazit: Die ISO 9001:2026 macht Projektmanagement nicht zu einem eigenen Normkapitel, stärkt jedoch zahlreiche projektmanagementrelevante Anforderungen deutlich. Unternehmen sollten deshalb ihre Projektmanagement-Methoden, Governance-Strukturen sowie ihre Prozesse für Änderungen, Risiken, Chancen und Lieferantensteuerung frühzeitig überprüfen und weiterentwickeln.
Für Projektmanager bedeutet die ISO 9001:2026 vor allem eine stärkere Integration von Qualitätsmanagement, Risikomanagement und Unternehmensstrategie in die tägliche Projektarbeit. Erfolgreiche Projektleiter werden künftig nicht nur Termine, Kosten und Leistungen steuern, sondern auch die Auswirkungen von Änderungen systematisch bewerten, Risiken und Chancen aktiv managen, ihre relevanten Stakeholder einbinden und die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen nachweisen müssen.
Gleichzeitig gewinnen Themen wie digitale Dokumentation, Nachhaltigkeit, Resilienz und die Zusammenarbeit mit Lieferanten an Bedeutung. Projektmanager sollten deshalb ihre Methoden, Werkzeuge und Governance-Strukturen frühzeitig überprüfen und weiterentwickeln. Wer Projektmanagement bereits heute eng mit den Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems verzahnt, schafft nicht nur Normkonformität, sondern erhöht auch die Transparenz, Steuerbarkeit und den nachhaltigen Erfolg seiner Projekte.
Praxis-Tipp: Die Vorbereitung auf die ISO 9001:2026 sollte auch dazu genutzt werden, um bestehende Projektmanagement-Prozesse kritisch zu hinterfragen und zu standardisieren. Dadurch kann nicht nur Compliance entstehen, sondern ein echter Mehrwert für das Unternehmen in Form von verbesserter Entscheidungsqualität, höherer Projektsicherheit und einer stärkeren Ausrichtung auf strategische Unternehmensziele.
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Gabriela Zimmermann ist Geschäftsführerin von Z:Impact sowie Trainerin und Unternehmensberaterin mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Nachhaltigkeit und Projekt- und Prozessmanagement. Sie trainiert Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Branchen und Größenordnung in der Industrie und außerhalb der Industrie, z.B. Automobilzulieferindustrie, Defence, Softwareunternehmen. Sie ist Leitungsteammitglied der GPM Fachgruppe Qualität & Projekte.
zimmermann@z-impact.deKarin Hänsch ist Unternehmensberaterin, Auditorin, Projektmanagerin. Sie hat Erfahrungen in diversen Branchen und Tätigkeiten in der Industrie, im Handel und Gewerbe. Z. B. Im- und Export, Transport- und Lagerlogistik (Supply Chain), Software für Managementsysteme, Projekte zur Optimierung von Prozessen, Zertifizierungsvorbereitung. Sie arbeitet ehrenamtlich seit 8 Jahren in der GPM Fachgruppe Qualität & Projekte mit.
haensch.ubh@t-online.deMichael Rodenberg ist seit acht Jahren im Total Quality Management bei Drees & Sommer tätig. Der Bereich verantwortet weltweit das Qualitätsmanagement sowie das Health & Safety Management. Ab dem kommenden Jahr übernimmt er für diese Themen die Verantwortung und Teamleitung.
michael.rodenberg@dreso.com
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