
Wie gut kennen Sie sich mit der Wirkkraft Ihrer Gefühle aus? Nicht nur theoretisch, sondern praktisch, im Projektalltag?
Ich habe die Erfahrung gemacht: Die Wirkkraft unserer Gefühle wird von den meisten Menschen gar nicht bewusst wahrgenommen. Sie wird total unterschätzt. Das gilt ganz besonders für den beruflichen Alltag, das Business und damit auch für die Projektarbeit.
Diese Woche las ich einen Satz, der wunderbar dazu passt: Wir denken nicht zu viel. Sondern wir fühlen zu wenig.
Gerade im Business haben Gefühle oft keinen Platz. Wir glauben, dass wir besser wirtschaften, dass wir bessere Entscheidungen treffen, dass wir erfolgreicher sind, wenn wir unsere Gefühle außen vor lassen.
Das ist natürlich ein fataler Irrglaube!
Denn gerade unsere Gefühle haben wichtige Botschaften für uns. Wenn wir sie bewusst wahrnehmen, fühlen und diese Botschaften richtig interpretieren.
Tatsache ist: Wenn wir nicht wissen, wie wir unsere Gefühle richtig interpretieren und steuern können, dann steuern unsere Gefühle uns. Dann gerät die Situation außer Kontrolle, weil wir reagieren anstatt zu agieren, um das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.
Deshalb ist es so wichtig, dass Sie sich mit der Wirkkraft Ihrer Gefühle auskennen. Nicht nur theoretisch, sondern praktisch. Wie das funktioniert, im Alltag, in Ihrem Projekt. Dazu gebe ich Ihnen in diesem Artikel 3 Punkte an die Hand. Meine TOP 3 für einen guten Umgang mit Ihren Gefühlen.
Damit ab sofort Sie ihre Gefühle steuern, anstatt Ihre Gefühle Sie.
Man kann es auf einen ganz einfachen Nenner bringen: Angenehme Gefühle geben Ihnen Energie. Unangenehme Gefühle kosten Sie Energie.
Stellen Sie sich vor, in Ihrem Inneren befindet sich ein Akku, der sich während des Tages ständig auf- oder entlädt.
Immer dann, wenn Sie eine für sich angenehme Situation erleben.
In solchen Situationen lädt sich Ihr innerer Akku über die damit verbundenen angenehmen Gefühle wie Freude, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Selbstvertrauen oder Zuversicht auf.
Ihr Körper schüttet Wohlfühlhormone aus und Sie fühlen sich sicher und wohl.
Bei unangenehmen Gefühlen passiert das Gegenteil. Sie kennen vielleicht die berühmt-berüchtigten Grübelschleifen. In die wir schnell hineingeraten können, wenn wir in einem Problemen feststecken:
Diese Gedanken lösen unangenehme Gefühle wie Angst, Frustration, Ohnmacht oder Ärger aus.
Wir bauen inneren Druck auf und wenn wir es nicht schaffen, aus diesem Teufelskreis aus negativen Gedanken und Gefühlen auszusteigen. Dann kosten uns solche Situationen sehr viel Kraft und Zeit.
Körperlich gesehen schütten wir eine Menge Stresshormone aus, wie beispielsweise Cortisol, das bis zu 6 Stunden in unserem Körper verbleiben kann.
Unsere Emotionen sind sozusagen die Verbindung zwischen Körper und Geist. Indem Sie auf Ihre Gefühle achten und sie bewusst fühlen, haben Sie das wirksamste und zuverlässigste Messinstrument für Ihre Energie zur Hand. Damit erkennen Sie Ihre Kraftquellen und Ihre Energielecks, zuverlässig, einfach und praktisch, direkt in Ihrem Alltag.
Und an diesen Punkten können Sie dann gezielt ansetzen, um positive Veränderungen herbeizuführen.
Ihre Gefühle enthalten wichtige Botschaften. Sie wollen bewusst gefühlt werden. Und es macht gar keinen Sinn, unangenehme Gefühle einfach wegzudrücken.
Das wäre ungefähr so, als würden Sie den Überbringer schlechter Nachrichten köpfen und damit mundtod machen. Hinter unangenehmen Gefühlen wie Angst, Ohnmacht, Wut oder Ungeduld steckt meistens eine Botschaft verborgen.
Ich gebe Ihnen dazu mal ein Beispiel, aus meiner Zeit als Projektleiterin: Ich bereite Themen in der Regel schon sehr gut vor, wenn ich in ein Meeting gehe. Ich habe meine Lösung also praktisch schon fertig in der Tasche.
Das wäre an sich nicht schlimm, wenn ich nicht ab und zu dabei die Erwartung hätte, dass meine Lösung genauso angenommen wird, wie ich sie vorschlage. Die anderen Teilnehmer sie also einfach nur noch abnicken müssen.
In Teammeetings, wo alle gemeinsam eine Lösung finden wollen, kommt das allerdings nicht so gut an. Die Teammitglieder wollen mitgestalten und nicht meine fertige Lösung einfach übergestülpt bekommen.
Ich selbst habe in solchen Situationen die Erwartung, dass die Lösungsfindung auf diese Weise schneller gehen könnte.
Wenn ich bewusst mit meinen Gefühlen umgehe, dann bemerke ich in solchen Situationen meine aufsteigende Wut, den Ärger, den Frust und die Ungeduld, die ich empfinde. Weil meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Und meine Lösungsvorschläge nicht die nötige Anerkennung finden.
Wenn ich dieses Muster kenne, dann kann ich innehalten und entsprechend agieren. Ich kann mein Verhalten sofort in der Situation ändern und auf die Bedürfnisse der anderen Teammitglieder eingehen. Dann sind diese auch viel offener, sich mit meinem Vorschlag doch vielleicht mal näher zu beschäftigen.
So kann ich meine unangenehmen Gefühle als Botschaft verstehen, die mich darauf aufmerksam machen, dass hier etwas nicht stimmt.
Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, Ihre persönlichen Muster und die dahinter liegenden Bedürfnisse herauszufinden. Und anschließend eine passende und bewusste Handlung auszuwählen. Anstatt wie im Autopilot zu reagieren und immer die gleichen frustrierenden Erfahrungen zu machen.
Zu emotionaler Kompetenz gehört auch die Fähigkeit, angenehme, stärkende Gefühle wie Freude, Gelassenheit, Wertschätzung oder Zufriedenheit aktiv einzuüben. Sie zu kultivieren.
Diese Fähigkeit können Sie gezielt einsetzen, um Ihren inneren Akku wieder aufzuladen. Das Training dieser „emotionalen Fitness“ funktioniert ähnlich, wie man eine Sprache lernt. Je bewusster, intensiver und öfter Sie eine neue Sprache anwenden, umso erfolgreicher und schneller können Sie mit anderen kommunizieren.
Bewusstsein, Intensität und Frequenz, das sind auch die richtigen Ansatzpunkte, um Ihre emotionale Fitness zu trainieren.
Um bewusster mit angenehmen Gefühlen umgehen zu können, ist es wichtig, dass Sie diese überhaupt bemerken:
Wenn Sie wissen, was Ihnen gut tut und Sie stärkt, dann können Sie in solchen Situationen die damit verbundenen angenehmen Gefühle wie Freude, Zufriedenheit oder Begeisterung bewusst fühlen und sie intensiv auskosten.
Das bewusste Fühlen ist wichtig: Denn nur wenn Sie die positiven Gefühle für zwei bis drei Minuten bewusst fühlen, dann werden sie in Ihrem emotionalen Gedächtnis abgespeichert.
So können Sie auf einfache Art und Weise beginnen, angenehme Gefühle zu stärken und zu trainieren. Indem Sie ihre Aufmerksamkeit immer mehr auf angenehme und positive Begebenheiten in ihrem Arbeitsalltag lenken und die damit verbundenen Gefühle fühlen, verstärken Sie die entsprechenden neuronalen Netzwerke in ihrem Gehirn.
Die Effekte: Dann verstärkt sich dieses Muster immer mehr. Dann nehmen Sie automatisch immer mehr positive Dinge in ihrem Alltag wahr. Es wird zu einer neuen Gewohnheit, die Sie aufbaut und stärkt. Einfach indem Sie ihre Wahrnehmung verändern.
Auf diese Weise laden Sie Ihren inneren Akku auf und tanken Kraft und Energie. Und die können Sie bei alle den Herausforderungen, die Ihr Berufsalltag so mit sich bringt, mit Sicherheit gut gebrauchen.
Die TOP 3 können Sie wie eine 3-Schritte-Anleitung nutzen:
Schritt 1: Sie machen sich ihren Energielevel bewusst, den Sie in bestimmten Situationen haben. Über Ihr Gefühl, denn Ihr Gefühl lügt nie. Das ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte.
Schritt 2: Ist Ihr Gefühl unangenehm, fühlen Sie Frust, Ärger, Unsicherheit, Angst oder Resignation. Dann finden Sie heraus, welches Bedürfnis hinter dem Gefühl steckt. Wenn Sie das wissen, dann können Sie alles dafür tun, dass es erfüllt wird und das Energieleck schließen.
Schritt 3: Positive Gefühle kultivieren. Entweder im Anschluss an Schritt 2, um Ihr Bedürfnis nach Freude, Zuversicht, sprich einem guten Gefühl, zu stillen. Oder um gute Gefühle zu trainieren, damit Freude, Gelassenheit, Zufriedenheit und Wertschätzung zu Ihrem neuen Normalzustand werden.
Das alles können Sie direkt in ihrem Projektalltag erledigen. Oder Sie nehmen sich am Tagesende oder einmal pro Woche Zeit, das zu reflektieren. Das stärkt ihre emotionale Kompetenz und ihr Selbstbewusstsein, für entspannte und erfolgreiche Projekte.
Wäre das was für Sie? Wenn ja, dann fangen Sie am besten heute noch damit an.
Ich hoffe, ich konnte Sie inspirieren, sich näher mit der Wirkkraft ihrer Gefühle zu beschäftigen. Sie ist wirklich mächtig, unterschätzen Sie das nicht.
Lassen Sie uns gerne ins Gespräch kommen, zum Thema Energiemanagement und emotionale Kompetenz im Projekt. Da gibt es so viel zu entdecken. Buchen Sie sich einen kostenfreien Energy-Call mit mir, wenn Sie mögen: https://projektmanagement-plus.de/kostenfreier-energy-call/ Oder schicken Sie mir eine Email. Die Info dazu finden Sie in meinem Autorenprofil.
Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen beim praktischen Einsatz Ihrer emotionalen Kompetenz in Ihren Projekten
Martina Baehr
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Martina Baehr begleitet Führungskräfte und Projektverantwortliche mit Fokus auf ein effektives Energiemanagement, innere Stärke und Wirkkraft für entspannte und erfolgreiche Projekte. Sie ist Inhaberin von Projektmanagement plus und hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Leitung komplexer Organisations- und IT-Projekte. Sie engagiert sich in der GPM Regionalgruppe Köln/Bonn.
baehr@projektmanagement-plus.de
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