
Unter Ressourcenmanagement versteht man die Planung, Terminierung und Zuweisung von Ressourcen innerhalb einer Organisation, einer Abteilung oder eines Projekts. Zu den Ressourcen können Kategorien wie Geld, Produktionsanlagen oder menschliche Fähigkeiten gehören.
In dieser dreiteiligen Artikelserie soll speziell das Ressourcenmanagement von Personen in Organisationen und Unternehmen beleuchtet werden. Nach einem Überblick über die Zusammenhänge von Kapazitätsplanung und Ressourcenzuweisung sowie den Auswirkungen von gutem und schlechtem Ressourcenmanagement werden wir die Herausforderungen des Ressourcenmanagements untersuchen und dazu Empfehlungen zur Verbesserung Ihrer Prozesse geben.
Ziel ist es hierbei, Wege aufzuzeigen, wie Sie ungenutzte Ressourcen vermeiden, die richtigen Teammitglieder den richtigen Aufgaben zuweisen sowie Planungskonflikte minimieren können.
Ressourcenmanagement zielt darauf ab, Ihre Projekte, Wertströme oder Produkte zum richtigen Zeitpunkt mit den benötigten Ressourcen zu versorgen. Es umfasst sowohl die Kapazitätsplanung als auch die Ressourcenzuweisung:
Ein effizientes Ressourcenmanagement bringt folgende strategische und projektspezifische Vorteile mit sich:
Erfahrungsgemäß zählt ein schlechtes Ressourcenmanagement zu den drei größten Problemen im Projektmanagement. Die Folgen davon können sein:
Je nachdem, wo Sie sich im Projektmanagement-Lebenszyklus befinden, können Ihre Herausforderungen im Ressourcenmanagement granular oder langfristig sein. Granulare Probleme bei der Ressourcenzuweisung werden sich negativ auf Ihre unmittelbaren Projekte auswirken. Langfristige Probleme bei der Kapazitätsplanung hingegen werden die Qualität und die Durchführung Ihrer zukünftigen Projekte beeinträchtigen.
Zu den acht identifizierten Herausforderungen für das Ressourcenmanagement sind jeweils im Anschluss auch einige Empfehlungen aufgelistet, wie sich das jeweilige Problemfeld bewältigen lässt.
Angenommen, Sie geben einer Ressource drei Monate Zeit, um eine Aufgabe zu erledigen. In Wirklichkeit dauert diese aber zwei Monate. Wenn Sie feststellen, dass die Aufgabe weniger Zeit in Anspruch nimmt als ursprünglich geplant, ist es zu spät, um die Ressource einer anderen Aufgabe zuzuweisen.
Oder wenn die Aufgabe vier statt drei Monate dauert, ist Ihre Ressource bei der nächsten Aufgabe im Verzug, und bei der nächsten (und so weiter). Dies kann schnell zu einem Schneeballsystem ausarten, bei dem die Projektmanager ihre Prognosen vorsorglich auffüllen, um sicherzustellen, dass sie ihre Ressourcen lange genug behalten. Dies kann dazu führen, dass die Prognosen noch ungenauer werden und letztlich das Vertrauen in Ihr Unternehmen und seine Projektentscheidungsprozesse schwindet.
Andere Prognoseprobleme können sich aus ungeplanten Anfragen zur Ressourcenzuweisung ergeben. Auch wenn immer wieder neue Projekte auftauchen, müssen Sie in der Lage sein, auf der Grundlage der strategischen Ziele Ihres Unternehmens Prioritäten zu setzen, welche Projekte es wert sind, grünes Licht zu erhalten (und welche nicht).
Empfehlungen: Wie man exaktere Prognosen erstellt
Die Anzahl der Mitarbeitenden auf Ihrer Gehaltsliste entspricht nicht der Anzahl der verfügbaren Ressourcen, die Sie haben. Und warum? Zum einen müssen Sie Fehlzeiten berücksichtigen, wie etwa Urlaub, Krankheit oder andere äußere Umstände. Zum anderen werden nur sehr wenige Ihrer Teammitglieder 100 % ihrer Arbeitszeit mit ihrem Hauptfachgebiet verbringen. In einer typischen Woche muss eine Person unter Umständen auch andere Verwaltungsaufgaben erledigen und an Sitzungen teilnehmen. Dies nimmt Zeit in Anspruch. Zeit, die Sie einkalkulieren sollten.
Empfehlungen: Was tun, um Mitarbeiterzahl und Kapazität richtig zu schätzen
Im kommenden zweiten Teil dieser Artikelserie werden wir drei weitere Herausforderungen des Ressourcenmanagements beschreiben und dazu jeweils Empfehlungen zur Verbesserung Ihrer Prozesse geben.
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