Projektmanagement ist gerade durch Neuartigkeit, Unsicherheiten und Wechselwirkungen der Einzelentscheidungen gekennzeichnet. Somit bietet sich das Format der (offenen) Planspiele gerade in diesem Kontext sehr gut an, um das Zusammenspiel von Fachwissen, Erfahrung und situativer Entscheidungsfähigkeit zu lernen und einzuüben.
In der industriellen Weiterbildung im Projektmanagement bieten sich Planspiele auch deshalb an, da sie in einem sehr kurzen Zeitraum verschiedene Aspekte und Methodiken anschaulich darstellen und die rasche Anwendung des Erlernten fokussieren.
Geeignete Planspiele können darüber hinaus auch sehr hilfreich in der Begleitung von Projekten sein, da in ihnen Situationen durchgespielt werden können, die in einem Realprojekt auftreten (bzw. aufgetreten sind), ohne durch „Fehlentscheidungen“ hohe Kosten zu verursachen oder gar das Realprojekt zu gefährden.
Überzeugt, dass Sie sich mit Planspielen beschäftigen sollten? Dann stellt sich die Frage: Welches Format bitteschön?
Planspiele werden in zwei Kategorien eingeteilt: Haptische und Digitale Planspiele. Aber es gibt auch Mischformen, bei denen haptische Spiele durch digitale Komponenten wie Visualisierungen, oder Rechenalgorithmen ergänzt werden. Beide Kategorien haben ihre Vor- aber auch Nachteile.
• Haptische Planspiele schaffen meist ein schnelleres Eintauchen in das Spiel und punkten durch direktere Interaktion der Teilnehmer, was die emotionale Seite des Spiels, die bei dieser Art des Lernens gewünscht ist, fördert. Nachteilig bei Brettspielen kann die Beschränkung auf den Spieltisch sein und auch die Notwendigkeit – aufgrund der beschränkten Darstellungsmöglichkeiten – die Komplexität des Spiels in Grenzen zu halten. • Hingegen können in digitalen Spielen komplexere Themen leichter behandelt und dargestellt werden. Darüber hinaus können Berechnungen und Visualisierungen zur Unterstützung der Lernziele verwendet werden und auch in der heutigen Geschäftswelt gängige (digitale) Medien ins Spielgeschehen integriert werden (z.B. E-Mails, Videokonferenzen, …). Allerdings ist das Eintauchen ins Spiel (Erfahrung) oft weniger intensiv und weniger teamorientiert. Daneben besteht auch die Gefahr, durch zu viele Elemente das Spielgeschehen zu überladen und die Kernbotschaften des Spiels so aus dem Auge zu verlieren. Neben diesen fachlichen und didaktischen Aspekten gilt es bei der Auswahl auch den zeitlichen Aspekt und die Vorlieben der Teilnehmer zu beachten.
Haptische Planspiele werden oft in ½ – 1-tägigen Seminaren verwendet, während digitale Planspiele aufgrund ihrer in der Regel höheren Komplexität und Einarbeitungszeit häufig über längere Perioden (Vorlesungs- und Schulungsbegleitend) eingesetzt werden. Für das klassische Projektmanagement werden sie oft in Perioden gespielt, nach denen jeweils ein Meilenstein mit einem Zwischenreview stattfindet.
Mit der zunehmenden Bedeutung von agilem und hybridem Projektmanagement sollte auch die Zahl der Planspiele zunehmen, die diese Projektmethodik unterstützen. Allerdings gibt es bisher noch relativ wenige Planspiele, die darauf ausgerichtet sind. Spielerische Elemente (siehe „Gamification“ oben) zu agilen Methoden finden aber bereits größeren Einsatz.
Welche Planspiele sind am Markt verfügbar?
Eine Übersicht von verschiedenen Planspiele zum Projektmanagement bietet die von den Autoren betriebene, unabhängige Website
www.pm-planspiele.de. Die Liste wird ständig erweitert und upgedated. Planspielhersteller sind herzlich eingeladen, ihre Spiele listen zu lassen. Ebenso laden wir Nutzer von Planspielen ein, uns über weitere Spiele zu informieren, die wir bisher nicht „auf dem Radar“ hatten.
Daniel Adams
25.01.2024 – 19:13
Guten Tag, cih möchte fragen, wo die Website www.pm-planspiele.de hingewandert ist. Sind die Inhalte noch irgendwo abrufbar? Viele Grüße, Daniel Adams