
Projektverantwortliche aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und praktische Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz im Projektumfeld aus. Im Mittelpunkt standen dabei drei konkrete Praxisimpulse, die unterschiedliche Ansätze und Einsatzszenarien von KI im Projektmanagement beleuchteten.
Den Auftakt machte das Team der Tantive GmbH mit einem konkreten Use Case zur Automatisierung von Projektupdates. Dominik Wagner und Florian Leuchtenstern zeigten, wie manuelle Tätigkeiten, etwa das händische Erstellen von Statusfolien aus verschiedenen Excel-Datenquellen, durch automatisierte Workflows ersetzt werden können. Der vorgestellte Prototyp arbeitete mit Microsoft Power Automate und einem PowerPoint-Addon. Trotz technischer Grenzen offenbarte sich das Potenzial, Routinetätigkeiten effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Qualität der Informationen zu verbessern.
Anschließend stellte Jörg Meier von der mediendesign AG die Möglichkeiten sogenannter KI-Agenten im Projektmanagement vor. Der Fokus lag auf zwei konkreten Anwendungsfällen: der Simulation von Diskussionen im Team und der Risikobewertung auf Basis aktueller Daten.
In einer Live-Demo wurde demonstriert, wie unterschiedliche Agenten mit variierenden Kommunikationsstilen, von sachlich bis konfrontativ, eine Projektdiskussion simulieren. Zudem zeigte ein weiteres Beispiel, wie KI-Agenten mithilfe spezialisierter Rollen wie Researcher, Verifier und Summarizer Risiken recherchieren, analysieren und strukturiert aufbereiten können.
Zum Abschluss präsentierte Uwe Techt von Vistem einen fundierten Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen von KI im Projekt- und Multiprojektmanagement. Anhand konkreter Tools und Methoden veranschaulichte er, wie KI bei der Aufwandsschätzung, Risikofrüherkennung, Ressourcenplanung, Statusberichten, Aufgabenverfolgung und Portfoliosteuerung eingesetzt werden kann.
Gleichzeitig übte Techt kritische Reflexion: Viele Organisationen optimieren mit KI auf der Grundlage bestehender, oft ineffizienter Prozesse. Ohne strukturelle Veränderungen und systemisches Umdenken könne KI zwar unterstützen, jedoch keine grundlegenden Engpässe lösen. Sein Appell: KI als Assistenz nutzen und nicht als Steuerzentrale.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und bot eine ausgewogene Mischung aus praktischen Anwendungsbeispielen und kritischer Einordnung. Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Impulse mit, diskutierten engagiert über Chancen und Grenzen und zeigten deutlich, dass das Thema KI im Projektmanagement viele Perspektiven eröffnet. Insgesamt ein sehr gelungener Abend mit wertvollen Erkenntnissen für die Praxis.