Künstliche Intelligenz kann Risiken identifizieren, Informationen auswerten und verschiedene Handlungsoptionen entwickeln. Damit lassen sich viele Aufgaben im Projektalltag schneller bearbeiten. Unklare Zuständigkeiten, fehlendes Vertrauen oder unausgesprochene Konflikte verschwinden dadurch jedoch nicht. Wenn Entscheidungen vertagt werden oder Beteiligte aneinander vorbeiarbeiten, müssen die Ursachen im Team geklärt werden.
Der Vortrag „Highperformance schlägt Hightech“ gehört zum Programm des PM Forum 2026. Der Fachkongress für Projektmanagement bringt am 8. und 9. Oktober 2026 in München Projektverantwortliche, Führungskräfte, PMO-Experten und Entscheider aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zusammen.
Schlachter und Amecke richten den Blick auf typische Schwierigkeiten in Teams. Dazu gehören Situationen, in denen Bedenken nicht offen angesprochen werden, Entscheidungen getroffen werden, ohne dass sich alle daran gebunden fühlen, oder Verantwortung weitergereicht wird. Solche Probleme können auch dann bestehen, wenn ein Team fachlich gut aufgestellt ist und über moderne Werkzeuge verfügt. Entscheidend ist deshalb auch, wie die Beteiligten miteinander arbeiten und mit unterschiedlichen Positionen umgehen.
Eine zentrale Voraussetzung dafür ist psychologische Sicherheit. Gemeint ist ein Umfeld, in dem Teammitglieder Fragen stellen, Zweifel äußern, Fehler eingestehen und abweichende Meinungen vertreten können, ohne persönliche Nachteile befürchten zu müssen. Das bedeutet nicht, dass alle jederzeit einer Meinung sind. Gerade konstruktive Konflikte können helfen, Annahmen zu überprüfen und Entscheidungen vorzubereiten. Dafür braucht es Vertrauen und die Bereitschaft, auch unangenehme Themen anzusprechen.
KI kann diese Auseinandersetzung unterstützen. Sie kann beispielsweise helfen, Beobachtungen von Bewertungen zu unterscheiden, die möglichen Interessen anderer Beteiligter zu betrachten oder Fragen für ein schwieriges Gespräch zu formulieren. Die Verantwortung für den nächsten Schritt bleibt jedoch bei den Menschen. Einen Fehler einzugestehen, einen Konflikt anzusprechen oder eine getroffene Vereinbarung einzuhalten, lässt sich nicht an ein technisches System delegieren.
Damit richtet sich der Vortrag sowohl an Projektleitende als auch an PMOs. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rahmenbedingungen leistungsfähige Zusammenarbeit ermöglichen. Klare Zuständigkeiten, nachvollziehbare Entscheidungswege und verbindliche Absprachen gehören ebenso dazu wie ein Führungsverhalten, das offene Rückmeldungen unterstützt. Je schneller Informationen verfügbar sind und Entscheidungen vorbereitet werden können, desto wichtiger wird es, dass Teams mit diesem Tempo umgehen können.
Anhand prägnanter Modelle und praxisnaher Beispiele zeigen Schlachter und Amecke, wie sich Teamdynamiken differenziert betrachten und Blockaden frühzeitig erkennen lassen. Die Teilnehmenden erhalten Ansatzpunkte, um Vertrauen, Verbindlichkeit und Entscheidungsfähigkeit in ihren Projekten zu stärken. Dabei geht es auch darum, wie Teams unter wechselnden Anforderungen und hohem Entscheidungsdruck handlungsfähig bleiben.
Über die Referierenden
Elisabeth Schlachter ist Geschäftsführerin der Schlachtplan GmbH. Als Organisationsberaterin und Dozentin für Organisation und Projektmanagement begleitet sie Führungskräfte und Teams bei der Entwicklung leistungsfähiger Zusammenarbeit.
Hermann Amecke ist Senior Berater und Head of Public bei der Schlachtplan GmbH. Der systemische Organisationsberater hat an der London School of Economics studiert und begleitet öffentliche und private Organisationen durch komplexe Veränderungsprozesse.
Der Vortrag von Elisabeth Schlachter und Hermann Amecke unter dem Titel „Highperformance schlägt Hightech“ findet am 9. Oktober 2026 von 10:15 bis 11:00 Uhr im Raum Schwabing 5–6 (UG) statt.
Mehr über den Vortrag und das PM Forum erfahren Sie hier.