
Dr. Martin Strauch und Seraphim Sörgel begrüßten die Teilnehmenden auf der Bühne. Gemeinsam mit Irmtraud Behrens, Zackariah Berkane und dem Hauptamt hatten sie die GPM Aktiv organisiert. Im Mittelpunkt standen der Dank an das Ehrenamt und das Motto der Veranstaltung: „Gemeinsam stark im Wandel. Mit Projekten in die Zukunft.“
Prof. Dr. Peter Thuy griff in seiner Begrüßung den Veranstaltungsort auf und stellte die Verbindung zu Stuttgart 21 her. Das Projekt macht sichtbar, wo Projektmanagement an Grenzen stößt, wenn Erwartungen, Entscheidungen und Informationen nicht ehrlich und transparent geklärt werden. Für die GPM Aktiv wünschte er allen Teilnehmenden Inspiration, Vernetzung und neue Impulse für die weitere Entwicklung der GPM.
In seiner Keynote „Nachhaltige Transformation: Die 10 Muster des gelingenden Wandels“ zeigte Tobias Krüger, warum Veränderung oft angekündigt wird, im Alltag aber nicht greift. Globalisierung, Digitalisierung und neue Technologien erhöhen den Druck auf Organisationen, doch alte Prozesse und Denkweisen bleiben häufig bestehen.
Für gelingenden Wandel braucht es aus seiner Sicht einen ganzheitlichen Ansatz aus Strategie, Sinn und Unternehmenskultur. Organisationen sollten klären, was sie verändern wollen, wie sie dabei vorgehen und wofür diese Veränderung wichtig ist. Ebenso entscheidend sind Inklusivität, offene Dialoge und die Bereitschaft, Neues auch dann auszuprobieren, wenn es zunächst unperfekt ist.
Besonders ein Gedanke zog sich durch die Keynote: Transformation beginnt nicht erst mit dem großen Programm. Sie beginnt dort, wo Menschen konkrete Probleme lösen, neue Formen der Zusammenarbeit testen und erste Ergebnisse sichtbar machen. Krügers zentraler Impuls lautete deshalb: einfach anfangen, mit einer Allianz der Willigen arbeiten und Schritt für Schritt zeigen, dass Wandel möglich ist.
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen an zwei Themen: der Transformation der GPM sowie der Sichtbarkeit und Stärkung des Ehrenamts. Bei der Transformation ging es um Fragen, die viele aus der ehrenamtlichen Praxis kennen: Welche Strukturen helfen wirklich weiter? Wo bremsen Zuständigkeiten? Wie können Fachgruppen, Regionalgruppen und Young Crew besser miteinander verbunden werden?
Die Diskussionen blieben nicht abstrakt. Auf den Stellwänden wurden Ansatzpunkte für eine bessere Zusammenarbeit, mehr Transparenz und eine stärkere Verbindung der unterschiedlichen Bereiche der GPM sichtbar. Der gemeinsame Nenner: Transformation in der GPM wird konkret, wenn sie den Alltag des Ehrenamts erleichtert und Zusammenarbeit einfacher macht.
Parallel dazu stand die Sichtbarkeit ehrenamtlicher Aktivitäten im Fokus. Beiträge für Social Media, Blog oder Whitepaper sind gute Möglichkeiten, um Themen, Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Ehrenamt oder der eigenen Praxis nach außen zu tragen. Dabei wurde deutlich: Viele Inhalte sind längst vorhanden. Oft reicht ein konkretes Thema, eine Idee oder ein gutes Beispiel aus der Praxis, um Wissen mit anderen zu teilen.
Am Abend führte der gemeinsame Weg ins NIL Café am See. Die Lage am Wasser bot einen stimmungsvollen Rahmen, um den ersten Veranstaltungstag ausklingen zu lassen. Bei gutem Essen und vielen Gesprächen setzte sich fort, was schon tagsüber spürbar war: Die GPM Aktiv lebt vom offenen Austausch, von persönlichen Begegnungen und einem starken Miteinander im Ehrenamt.
Der zweite Veranstaltungstag startete mit einem Open Space. Die Agenda entstand direkt aus dem Kreis der Teilnehmenden. Wer ein Thema, eine Projektidee, ein Beispiel aus der Praxis oder eine Fragestellung einbringen wollte, konnte eine Session vorschlagen. Anschließend wurden die Themen mit dem größten Interesse in die Arbeitsphase aufgenommen.
Die vorgeschlagenen Sessions zeigten, welche Fragen das Ehrenamt aktuell bewegen. Dazu gehörten die strategische Ausrichtung der GPM zum Thema KI, kooperatives Wissensmanagement, die Sichtbarkeit der Konfliktklärungsstelle, der Kontakt zu Firmenmitgliedern, Kooperationen mit Unternehmen, Verbänden und Vereinen, ein mögliches Mentoringprogramm der Young Crew sowie die Weiterentwicklung der PM Aktuell. Der Open Space machte damit nicht nur Themen sichtbar, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für die weitere Arbeit.
Parallel dazu fanden zwei Workshops statt. Bernhard Konrad Schwab zeigte, wie KI und Automatisierung ehrenamtliche Arbeit entlasten können, etwa bei wiederkehrenden Aufgaben, Textentwürfen oder der Veranstaltungsplanung. Am Beispiel des GPM Event Coachs „Hektor“ wurde deutlich, wie KI bei Budgetplanung, Nachhaltigkeitsbewertung, Agenda, Einladungstexten, Social Media Beiträgen und Abschlusskommunikation unterstützen kann. Die Botschaft war praxisnah: KI ersetzt nicht das Ehrenamt, kann aber Routineaufgaben erleichtern.
Im Workshop von Siegfried Haarbeck stand die Flipchartgestaltung im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden arbeiteten mit Buchstaben, Strukturen und einfachen Skizzen. Dabei ging es nicht um perfekte Zeichnungen, sondern um Klarheit. Gute Visualisierung hilft, Kernaussagen festzuhalten, Gespräche zu fokussieren und komplexe Inhalte so aufzubereiten, dass andere schneller mitdenken können.
Nach dem Mittagessen stand die rund dreistündige Baustellenführung zu Stuttgart 21 auf dem Programm. Sie startete mit einer kurzen Tour durch den InfoTurmStuttgart, bevor es auf die Baustelle ging.
Die Führung bot einen direkten Praxisbezug zu einem der bekanntesten Großprojekte Deutschlands. Besonders eindrucksvoll waren die Architektur, die Dimensionen der Baustelle und die vielen Details, die hinter dem Projekt stehen. Die Geschichten rund um Planung und Umsetzung machten deutlich, wie komplex Großprojekte werden können und wie wichtig klare Kommunikation und gute Steuerung im Projektmanagement sind.
Zum Abschluss kam die GPM Aktiv noch einmal im Plenum zusammen. In der gemeinsamen Reflexion wurde spürbar, wie viel persönlicher Einsatz, fachliche Erfahrung und Gestaltungswille im Ehrenamt der GPM stecken.
Mit vielen Eindrücken, neuen Kontakten und konkreten Anregungen endete die GPM Aktiv 2026 in Stuttgart. Die nächste GPM Aktiv findet am 4. und 5. Juni 2027 in Leipzig statt.