GPM Aktuelles

Kommunikation und Information als zentrales Nervensystem der Projektarbeit

Projekte können nur gelingen, wenn alle Beteiligten offen und konstruktiv miteinander kommunizieren. Die Herausforderungen der Kommunikation in der Projektarbeit beleuchtet Johanna Boos-Lomnitz in einem GPM Seminar.

15.02.2018 – Kommunikations- und Informationsprozesse sind das „zentrale Nervensystem“ der Projektarbeit. Die Kernvoraussetzung für erfolgreiche Zusammenarbeit besteht darin, dass die Projektbeteiligten offen, konstruktiv und zum richtigen Zeitpunkt miteinander kommunizieren. Leicht gesagt, doch in der Praxis tauchen immer wieder die gleichen Probleme auf:

  • Informationen kommen zu spät oder unvollständig.
  • Die Teilnehmer des Meetings leiden unter abschweifenden Diskussionen, weil die Projektleitung die Sitzung schlecht leitet. 
  • Konflikte werden im Team nicht offen angesprochen.
  • Ein dominanter Projektmitarbeiter beeinflusst negativ das Teamklima und versucht die Rolle der Projektleitung in Frage zu stellen.
  • Einige Projektmitarbeiter halten sich in den Teamsitzungen augenscheinlich zurück, obwohl sie Beiträge liefern könnten.
  • Die Meetings werden durch Unruhe und Hektik beeinflusst.
  • Wichtige Entscheidungen werden außerhalb des Teams, teilweise sogar an der Projektleitung vorbei, von Linienmanagern getroffen.


Die Auflistung ließe sich mühelos fortsetzen. Eines ist gewiss, die Projektleitung kann solche Probleme nur durch gute Kommunikation lösen. 


Gute Kommunikation, was bedeutet das überhaupt? Die allgemeine Antwort lautet: Das richtige Thema, mit den richtigen Personen, zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Form besprechen. Daraus leiten sich eine Reihe von weiteren Fragen ab.

  • Wie erfasse ich, ob ich den Kern eines Themas treffe? Ein guter Kommunikator kann Themenebenen unterscheiden.
  • Wie stelle ich sicher, dass ich mein Thema richtig adressiere? Hier kommt es vor allem auf das Rollenbewusstsein an, ein bedeutsamer Erfolgsfaktor für Führung außerhalb der Linie.
  • Woher weiß ich, ob der richtige Zeitpunkt gekommen ist? Der pauschale Tipp lautet, „nicht zu voreilig und nicht zu spät“, doch was heißt das schon? Manchmal hilft es, darüber nachzudenken, was passiert, wenn ich das Thema jetzt anspreche.
  • Wie man ein Problem in der richtigen Form anspricht, lässt sich lernen. Methoden und Techniken der Gesprächsführung sind hilfreich, es sein denn, es handelt sich um „antrainiertes Schablonenverhalten“, das leicht als aufgesetztes und unglaubwürdiges Verhalten zu durchschauen ist. Entscheidende Voraussetzung für klare, respektvolle und konstruktive Kommunikation ist die innere Einstellung. Daraus folgt: Ein guter Kommunikator reflektiert auch sein eigenes Verhalten.


Im Seminar von Johanna Boos-Lomnitz erlernen die Teilnehmer den Umgang mit diesen und weiteren Praxisproblemen.