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ChatGPT & More: Konsequenzen für Hochschulen

Der dialogbasierte Chatbot ChatGPT ist zurzeit in aller Munde und wird von einigen bereits als „Zeitenwende in der Bildung“ bewertet. Zu diesem hochaktuellen Thema fand am 13. Januar eine Online-Veranstaltung der GPM Fachgruppe "Projektmanagement an Hochschulen" mit über 50 Teilnehmenden statt. Prof. Dr. Doris Weßels, Mitglied der Fachgruppenleitung und renommierte Expertin auf dem Gebiet des KI-gestützten Schreibens, lieferte einen spannenden Diskurs zu diesem Meilenstein der KI-Entwicklung.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag „ChatGPT & More“ von Frau Prof. Weßels, die sich bereits seit längerer Zeit mit KI-gestütztem Schreiben befasst. Neben ihrer Tätigkeit an der Hochschule Kiel leitet sie das Virtuelle Kompetenzzentrum Schreiben lehren und lernen mit Künstlicher Intelligenz – Tools und Techniken für Bildung und Wissenschaft“. Dass Google um sein Geschäftsmodell fürchtet, zeigt die Mega-Relevanz des Themas.

Im Vortrag stellte Frau Prof. Weßels zunächst die historische Entwicklung dar und beleuchtet die technischen Hintergründe des KI-Chatbots. Im Mittelpunkt standen dann Beispiele, die die hohe Leistungsvielfalt und -stärke von ChatGPT aufzeigen und vor allem die Auswirkungen auf schriftliche Studien- und Abschlussarbeiten. Eine Unterscheidung, was vom Studierenden und was vom KI-System erzeugt wird, ist kaum bis gar nicht mehr möglich.

Aber auch die Schwachstellen des Systems wurden beispielhaft beleuchtet. Man muss sich immer bewusst sein, dass die ChatGPT-Antworten zufallsbasiert auf der Grundlage riesiger Datenmengen erzeugt werden. Somit liefert die gleiche Fragestellung durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Dem, was herauskommt, darf man nicht uneingeschränkt vertrauen, obwohl die Aussagen in der Regel sehr überzeugend und formal fehlerfrei formuliert sind. Manche Ergebnisse sind schlichtweg falsch. Das System kann auch eine Gefahr für die Digitale Souveränität Deutschlands und Europas darstellen, da die Ergebnisse mit amerikanischem Mindset, Rechtsverständnis usw. vermittelt werden. Mit Open GPT-X wird zwar eine europäische Alternative entwickelt, diese ist aber noch ein ganzes Stück zurück.

Zum Abschluss einer sehr intensiven und spannenden Diskussion – über 10 Teilnehmende haben bereits mit dem System gearbeitet – gab es noch einen Blick in die Zukunft: Mit GPT-4, das in den nächsten Monaten erscheinen soll, steht der nächste Innovationsschub bereits vor der Tür.

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Antonia Zöls