Umgang mit Ungewissheit in Projekten

Expertise für die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement

Management bezieht sich nach dem vorherrschenden Verständnis auf Planung, Steuerung  und Kontrolle. Damit verbindet sich auch das Bestreben, Ungewissheit weitestmöglich zu  überwinden und zu beseitigen. Auch das Management von Projekten orientiert sich bisher  hieran. In der Expertise wird demgegenüber untersucht, in welcher Weise dies durch ein Handeln „mit“ Ungewissheit erweitert werden kann. Dargestellt werden vorliegende Kenntnisse und Erfahrungen, die einen neuen Umgang mit Ungewissheit in Projekten eröffnen. Die Expertise umfasst vier Themenschwerpunkte:

  • (1) Erscheinungsformen und Typen von Ungewissheit in Projekten;
  • (2) Forschungsansätze und -richtungen zu Entscheiden und Handeln bei Ungewissheit;
  • (3) Beratungsansätze für einen neuen Umgang mit Ungewissheit;
  • (4) Künstlerische experimentelle Forschung zu Entwicklung und Erprobung eines neuen Umgangs mit Ungewissheit.

Zielsetzung

Ziel der Expertise war die Erarbeitung von Grundlagen für die konkrete Umsetzung eines neuen Umgangs mit Ungewissheit in Projekten jenseits des bisherigen Risikomanagements.

Zielgruppe

Experten des Projektmanagements aus Wissenschaft und Praxis

Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse der Expertise zeigen, dass Projekte durch eine „Ungewissheit zweiter Ordnung“ gekennzeichnet sind. Sie besagt, dass nicht nur ex ante bei der Planung nicht vorhersehbare Ereignisse auftreten, sondern dass Ungewissheiten auch bei der jeweiligen situativen Bewältigung solcher Ereignisse bestehen. Um bei und mit Ungewissheit Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen, werden exemplarisch das domänenspezifische (Erfahrungswissen-)Wissen, das ganzheitliche Erkennen von Mustern im Denken von Experten, Intuition, die Improvisation und das erfahrungsgeleitet-subjektivierende Handeln dargestellt. Auch in einer Reihe von Beratungsansätzen in der Praxis finden sich neue Ansätze zum Umgang mit Ungewissheit. Auf der Grundlage experimenteller Forschung wird gezeigt, in welcher Weise durch künstlerische Praktiken sinnlich-körperliche Zugänge und ein Gespür für weak signals entwickelt werden kann.