COLOUM 2

Kooperatives Verhalten im zwischenbetrieblichen Projekt

An Projekten sind oftmals eine Vielzahl unterschiedlicher Firmen und Einrichtungen mit deren Mitarbeiter/innen beteiligt. Bei der operativen Arbeit in solchen zwischenbetrieblichen Projekten sind die Projektmitarbeiter/innen auf das notwendige Engagement und die Leistungsbereitschaft "der anderen" angewiesen. Das beinhaltet, dass sich die Beteiligten über die mit dem eigenen Arbeitgeber vertraglich vereinbarte Anforderung hinaus engagieren müssen, um das gemeinsame Ziel unter Zeit- und Budgetrestriktionen zu erreichen und den Projekterfolg zu sichern.

Die Studie trägt zu einem besseren Verständnis von kooperativen Verhaltensweisen in überbetrieblichen Projekten bei. Aus den Ergebnissen wurden Empfehlungen abgeleitet, mit denen zwischenbetriebliche Projekte "kooperativer" gestaltet werden können.

Teilnehmer

Im Rahmen einer qualitativen Studie wurden 25 telefonische Leitfadeninterviews geführt. Der Leitfaden orientierte sich einerseits an vorhandenen theoretischen Ansätzen zu kooperativen Verhaltensweisen, insbesondere "Organizational Citizenship Behavior", andererseits wurden die Interviewfragen so offen gestellt, dass die projektspezifischen Besonderheiten kooperativen Verhaltens herausgearbeitet werden konnten.

Die hierauf aufbauende quantitative Studie wurde anschließend mit Hilfe eines Online-Fragebogens durchgeführt. Insgesamt waren 119 Fragebögen vollständig.


Ergebniszusammenfassung

  • Es lassen sich zwei Arten kooperativen Verhaltens unterscheiden:

    1. Projektbezogenes Kooperationsverhalten, das in der operativen Projektarbeit auftritt. Dieses kann gefördert werden durch Branchenexklusivität im Projekt, durch eine professionelle Orientierung der Projektmitarbeiter, eine Kick-Off Veranstaltung, in der Kennenlernen und sozialer Austausch gefördert werden sowie durch die Ausgewogenheit kooperativen Verhaltens unter den Beteiligten.

    2. Projektübergreifendes Kooperationsverhalten, das sich auf die längerfristige Zusammenarbeit der beteiligten Personen und Organisationen bezieht. Dieses tritt verstärkt auf, wenn die Beteiligten positive Vorerfahrungen in vergangenen Projekten gemacht haben und wenn die Personen eine starke Netzwerkorientierung aufweisen.
  • Unter beide Verhaltensweisen lassen sich mehrere Ausprägungen fassen (z.B. Hilfsbereitschaft, Eigeninitiative etc.). Diese Ausprägungen wurden herausgearbeitet und statistisch validiert.
  • Besonders wichtig für das Erreichen der Projektziele und für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erwies sich das projektübergreifende Kooperationsverhalten.