COLOUM 2

Führen im Projektteam

Eine Studie der GPM Fachgruppe Führen im Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg.

Führen in Projektteams ist eine besondere Herausforderung. Die Projektleitung steht zwischen externen Auftraggebern und dem Projektteam, das es zu führen gilt. Häufig besitzt die Projektleitung nicht die Personalverantwortung und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen mit diversen Interessen treffen aufeinander. Ein Projekterfolg kann aber nur gemeinsam als Team erreicht werden. Die Führungskraft hat hier die Aufgabe ein Team zu bilden, das über den Projektverlauf erfolgreich am Ziel arbeitet. Dafür ist es notwendig, die Grundlagen für effektive Führung in Projektteams zu erkennen und zu nutzen.

Ziel der Studie

Die Studie untersucht Erfolgsfaktoren für effizientes Führen in Projektteams. Dabei werden Führungsverhalten, Perspektivenübernahme der Führungskraft und Teamarbeit im Zusammenhang mit Teamperformance untersucht. Teamperformance gilt als entscheidendes Merkmal für Führungserfolg und wird im großen Maße durch Teamarbeit beeinflusst. Gezeigt werden soll, dass die Projektleitung entscheidend durch Führen eingreifen kann.

Teilnehmer

Aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl von Personen aus den gleichen Projektteams konnten die Hypothesen nicht statistisch überprüft werden. Für die Berechnung konnten die Daten von 58 Projektleitern genutzt werden.


Ergebnisse

Eine Faktorenanalyse des Fragebogens zur Perspektivenübernahme ergab zwei Faktoren (Identifikation und Replikation), die der Vorhersagestrategie Simulation zugeordnet werden konnten. Bei der Identifikation versetzt man sich in die Lage der anderen Person, bei der Replikation geht man davon aus, dass die mentalen Prozesse anderer Personen gleich zu den eigenen mentalen Prozessen funktionieren.

Die Berechnung einer multiplen Regression zeigte, dass Projektleiter, die Identifikation als Vorhersagestrategie nutzen, sich bereits länger im Team befinden und größere Erfahrung als Projektleiter besitzen. Diese Ergebnisse sind interessant, da sich ebenfalls zeigt, dass eine positive signifikante Korrelation zwischen der Vorhersagestrategie, Identifikation und Teamarbeitsqualität vorhanden ist. Die Bewertung der Teamarbeitsqualität korreliert ebenfalls positiv mit dem Alter des Projektleiters und wenn sich das Team bereits am Ende eines Projektes befindet.

Neben diesen Ergebnissen ist vor allem der Nutzen deskriptiver Daten für einzelne Projektteams hervorzuheben. Die Darstellung vom eingeschätzten Führungsverhalten der Teamarbeit und der aktuellen Teamperformance geben dem gesamten Team ein Feedback, welches für die Projektentwicklung genutzt werden kann. Solche objektiven Daten haben den Vorteil, von allen Personen gleich wahrgenommen zu werden. Zusätzlich lassen sich eingesetzte Maßnahmen zur Verbesserung zu einem späteren Zeitpunkt erneut messen.