Früherkennung im Projektmanagement

Umfrage im Rahmen einer Bachelor Thesis der Wirtschaftsinformatik an der AKAD Stuttgart, unterstützt von der GPM.

Das Nutzen von Chancen und das Vermeiden von Risiken stellen einen entscheidenden Faktor bei der Projektarbeit dar. Dies geschieht – wie allgemein bekannt – im Bereich des Risikomanagements. Der Zeitpunkt, zu dem eine Chance oder ein Risiko erkannt wird, ist von großer Bedeutung, was den unternehmerischen Handlungsspielraum betrifft. Daher ist Früherkennung auf diesem Gebiet von hoher Relevanz. 

Ziel der Studie

Ziel dieser Studie war es, einen aktuellen Kenntnisstand über die derzeitig eingesetzten Verfahren der Früherkennung im Bereich der IT-Projektarbeit zu gewinnen. Daraus sollten Best Practices ermittelt werden, die für Einsteiger in dieses Gebiet einen Handlungsleitfaden bedeuten können und Erfahrenen den Vergleich mit einem Gesamtbereich erlauben. Zusätzlich sollte überprüft werden, ob in näherer Zukunft eine qualitative Verbesserung der Verfahren ermöglicht werden kann.  

Teilnehmer

Insgesamt nahmen 309 Personen an der Studie teil, von denen 155 den Fragebogen abschlossen.
52,30 % der Teilnehmer waren in den letzten fünf Jahren als Projektleiter/-manager tätig, 51,00 % als Projektmitarbeiter. (Mehrfachnennungen waren möglich).
Der Löwenanteil der Studienteilnehmer kam aus der IT und im Bereich Software tätig. 

Ergebniszusammenfassung

Früherkennung als Bestandteil des Projektmanagements hat einen nur geringen Verbreitungshorizont. Sie erfolgt innerhalb des Risikomanagements, hat dort aber keinen hohen Stellenwert. Mit Ausnahme der Befragungsverfahren haben die Methoden keinen Durchdringungsgrad erreicht, der sie als allgemein verwendet erachten lässt. Unternehmen, die sich bisher nicht um diesen Bereich gekümmert haben, sind damit die Regel und nicht die Ausnahme.

Da kein sofortiger Nutzen entsteht, werden die Vorgehensweisen und Verfahren als bürokratisch oder lästig empfunden. Sie scheinen aus Sicht der Betroffenen Ressourcen zu verbrauchen, ohne dafür einen messbaren Gegenwert zu liefern.

Eine gesamtbetrieblich eingesetzte Früherkennung lässt sich nicht 1:1 oder auch nur annährend 1:1 in ein projekttaugliches Verfahren verwandeln. Die jeweiligen Anforderungen sind zu unterschiedlich (Zeithorizont, Unwiederholbarkeit des Projekts etc.).

Die Lösung dieser Problematik wurde im Rahmen der Bachelor-Thesis erörtert und passende Verfahren skizziert.