Auswirkungen der Digitalisierung auf Projektmanagement (PM)-Kompetenzen und PM-Lehre

Digitalisierung führt in allen Bereichen zu Veränderungen von Arbeitsprozessen und den dafür geforderten Kompetenzen.

Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. hat im vergangenen Jahr die International Competence Baseline in der Version 4.0 (ICB 4) eingeführt, den aktuellen, weltweit gültigen PM-Standard der International Project Management Association (IPMA). Die ICB 4 ist die Basis für das Weiterbildungsangebot der GPM und die Zertifizierung von Kompetenzen im Projektmanagement.

In der GPM Fachgruppe „PM an Hochschulen“ kam die Idee auf, die durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen am GPM Kompetenzmodell zu untersuchen. Daraus ist diese Studie entstanden. 

 

Zielsetzung

Zielsetzung der Studie ist es, die Veränderungen an den Projektmanagementkompetenzen durch die Digitalisierung besser einschätzen zu können. Zudem sollen Empfehlungen für notwendige Veränderungen in der PM-Lehre erarbeitet werden.

 

Zielgruppe

Zielgruppe sind Personen, die in Projekten arbeiten, oder Ausbildung und Personalentwicklung dafür betreiben.

 

Ergebnisse

Bei den meisten Kompetenzelementen der ICB 4, von den persönlichen und sozialen Kompetenzen („People“) über die technischen Kompetenzen („Practice“) bis zu den Kontext-Kompetenzen („Perspective“), werden Veränderungen durch die Digitalisierung erwartet.

Klare Ausnahmen dazu bilden die Kompetenzelemente „Verhandlungen“ sowie „Macht und Interessen“.

Die meisten Teilnehmer erwarten im Bereich der persönlichen und sozialen Kompetenzen Veränderungen bei „Teamarbeit“ und der „Persönliche Kommunikation“. Betont wird, dass der persönliche Kontakt trotzdem weiter eine hohe Bedeutung hat. Das Risiko von Kommunikationsproblemen im Projekt bleibt bestehen. Dies lässt sich so interpretieren, dass die Nutzung digitaler Medien für die Kommunikation eine wichtige Kompetenz wird. Dazu gehört auch das Erkennen der Grenzen dieser Medien.

Die Ergebnisse im Bereich der technischen Kompetenzen „Ablauf und Termine“, „Organisation“, „Information und Dokumentation“ sowie bei „Planung und Steuerung“ deuten darauf hin, dass diese durch Automatisierung verändert werden. Projektdokumentationen werden künftig ausschließlich in digitaler Form vorliegen und erfasst. Mit Hinweisen auf informellen Informationsaustausch wird gleichzeitig verdeutlicht, dass das Informationsmanagement nicht nur über Tools bestritten werden kann.

Des Weiteren spielen agile Praktiken wie Selbstorganisation, Planung und Steuerung in kurzen Zeitabschnitten eine größere Rolle – dies hängt nicht direkt mit der Digitalisierung zusammen.

Bei den Kontext-Kompetenzen sind die Elemente „Governance“ sowie „Strukturen und Prozesse“ als die am häufigsten von Veränderung betroffen genannt. Eine digitale Unterstützung der Visualisierung dieses Elements wie auch von „Strategie“ und „Compliance“ wird erwartet.