Individual Competence Baseline, Version 4.0 (ICB 4)

Es gibt viele Standards am Markt, die auf Basis von Good-Practice-Ansätzen und anhand von Prozessmodellen eine Anleitung geben, wie Projekte erfolgreich durchgeführt werden sollen. Die Individual Competence Baseline (ICB) verfolgt konsequent einen anderen Ansatz: Sie stellt die Handlungskompetenzen der beteiligten Personen in den Mittelpunkt – getreu dem Motto: Projekte werden von Menschen gemacht.

Mit der ICB 4 hat die IPMA eine vollständig überarbeitete Version ihres Standards für individuelle Kompetenz veröffentlicht, die sich im Vergleich zu den Vorgängerversionen deutlich unterscheidet. Der Mensch als handelnde Person im Projektmanagement und seine Kompetenzen ist weiterhin zentraler Bestandteil der ICB 4. Doch gerade die Fähigkeit, sich sowohl klassischer als auch agiler Methoden zu bedienen ist eine wesentliche Neuerung und eine logische Konsequenz, um den Anforderungen der heutigen Projektwelt gerecht zu werden. Da in aller Regel nicht nur die Fähigkeit zum Management einzelner Projekte über den Projekterfolg entscheidet, sind nun auch Kompetenzen für ein erfolgreiches Handeln im Programmmanagement und Portfoliomanagement als Standards definiert worden. In diesen drei Standards werden 29 Kompetenzelemente in die drei Kompetenzbereiche Kontext-Kompetenzen („Perspective“), persönliche und soziale Kompetenzen („People“) sowie methodische und technische Kompetenzen („Practice“) gruppiert.

Anders als ihre Vorgänger ist die ICB 4 kein national angepasster Standard, keine National Competence Baseline (NCB), sondern eine 1:1-Übersetzung des weltweit gültigen Standards der International Project Management Association (IPMA). Die deutsche Version der IPMA ICB 4 stellt zudem eine harmonisierte Version in der deutschsprachigen D-A-CH-Region dar und wurde zwischen der GPM und ihren Schwesterverbänden pma (Österreich) und spm (Schweiz) abgestimmt.

Abbildung 1: Historische Entwicklung der ICB