Projektmanagement-Normen und -Standards

Die Entwicklung und Verbreitung von Projektmanagement-Standards ist eine der wesentlichen gemeinnützigen Satzungsaufgaben der GPM. Sie schafft zugleich die Grundlage für weitere ihrer Satzungsaufgaben: Qualitätsverbesserung des Projektmanagements, Erstellung von Leitlinien für die Aus- und Weiterbildung, Prüfung und Verbesserung des Projektmanagement-Niveaus mittels Kompetenzbeurteilungen und Zertifizierung. Die IPMA-Kompetenzstandards ICB, OCB und PEB gehören zum Markenkern der GPM.

Nationale Normen sind unter Leitung des DIN Deutschen Instituts für Normung erarbeitete Standards. Internationale Normen werden in den internationalen Normungsorganisationen ISO (Internationale Organisation für Normung) und IEC (Internationales Elektrotechnisches Komitee) erarbeitet, sowie in der ITU (Internationale Fernmeldeunion). Sie schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen Handelspartnern weltweit und bilden einen Bezugsrahmen für den globalen Markt. Sie verschaffen Unternehmen Zugang zu neuen Märkten und fördern den freien und fairen Welthandel. Zur Vermeidung von Doppelarbeit von Internationalen und Europäischen Normen wird die Zusammenarbeit zwischen ISO und CEN (Europäisches Komitee für Normung) durch die Wiener Vereinbarung geregelt. Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) vertritt die deutschen Interessen auf ISO-Ebene durch die Entsendung von deutschen Experten entsprechend des nationalen Delegationsprinzips in die internationalen Gremien.

Die GPM spielte bei der Entwicklung der nationalen Projektmanagement-Normen im Rahmen des DIN durch eine starke Vertretung im Rahmen des DIN-Arbeitsausschusses Projektmanagement eine führende Rolle. Mit der DIN 69901 „Projektmanagement – Projektmanagementsysteme“ und der DIN 69909 „Multiprojektmanagement - Management von Projektportfolios, Programmen und Projekten“ wurden Anfang 2009 die wichtigsten Projektmanagement-Normen in Deutschland weiterentwickelt.

In den letzten zehn Jahren hat die internationale Projektmanagement-Normung eine größere Bedeutung erlangt. Mit dem TC258 wurde ein eigenes ISO-Komitee für PM-Normen geschaffen – wesentliche internationale Normen wurden verabschiedet; neue Normierungsprojekte (z.B. zu agilem Projektmanagement) werden auf den Weg gebracht. Eine wichtige Aufgabe ist die Angleichung der nationalen und der internationalen Normen, als wechselseitiger Lernprozess unter Berücksichtigung der Entwicklungen auf europäischer Ebene (insbesondere des von der EU-Kommission entwickelten europäischen Standard PM²). 

Internationale Projektmanagement-Normen und -Standards berühren auch wirtschaftspolitische Interessen Deutschlands, insbesondere seiner Projektwirtschaft. Aber auch das Gelingen öffentlicher Projekte sowie die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Klimakrise, Pandemie sowie der digitalen Transformation brauchen standardisierte Governanceprinzipien und Führungsinstrumente für eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit in Projekten und Programmen.

In Ergänzung der nationalen und internationalen PM-Normen können GPM Standards im Rahmen von Fachgruppen entwickelt werden. GPM Standards ergänzen oder konkretisieren die Normen in Hinblick auf branchenspezifische Anforderungen, spezifische Anwendungskontexte oder Umsetzungsverfahren (Handlungsanweisungen, Richtlinien). Sie adressieren Bedarfe der Mitglieder und Stakeholder der GPM und werden in enger Partnerschaft mit diesen entwickelt. Dazu ist eine Bestandsaufnahme der normungs- und/oder standardisierungsrelevanten Inhalte geplant sowie ein Gesamtkonzept für GPM Standards, das deren Marktrelevanz, Qualität und Konformität zu den übergeordneten Normen sicherstellt.

Die Fachgruppe „Normen und Standards im PM“ versteht sich als Raum für einen vertrauensvollen, lösungsorientierten und an nachhaltigen Verbesserungen orientierten Dialog von Auftraggebern und Projektleitern aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft sowie Wissenschaftlern und Beratern.