COLOUM 2

Projekt- und Prozessmanagement

Anstoß, Vorgeschichte und Hintergründe zur Fachgruppe

Die historischen Charakterprofile von Projekt- und Prozessmanagement gelten heute nur noch bedingt. Mit dem Projektmanagement wurden einst Vokabeln verknüpft wie Einmaligkeit, Neuartigkeit u. ä., wobei das (Geschäfts-)Prozessmanagement eher durch Standardisierung und Disziplin in starren Strukturen gekennzeichnet war. Projekte zur (automobilen) Produktentwicklung zeigen seit vielen Jahren, dass beides sehr gut miteinander verknüpft werden kann, sogar muss. Heute ist das Arbeiten in prozessual organisierten interdisziplinären Projekten etabliert. Das Multiprojekt- und Programmmanagement (parallele Synchronisation von Prozessen), aber auch die steigende Wiederholhäufigkeit (serielle Anwendung eines von Projekt zu Projekt zunehmend optimierten und standardisierten Prozesses) haben die Verzahnung von Projekt- und Prozessmanagement kontinuierlich professionalisiert. Daher ist es heute wichtiger denn je, die Grundlagen beider Ansätze zu kennen, methodisch auseinanderhalten zu können, im praktischen Einsatz aber eng verknüpfen zu können.

Ziele

Wir möchten methodische/beratende, aber auch praktische Implementierungsunterstützung für die Themen Projekt- und Prozessmanagement anbieten und insbesondere die Herausforderungen der komplexen Schnittstelle beider Disziplinen besser verstehen und gestalten helfen, d.h.

  • Methodische Verzahnung von Projekt- und Prozessmanagement
    => Steigerung von Effizienz und Effektivität durch prozessorientiertes Projektmanagement
  • Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen, wie konsequente Prozessorientierung im Projektmanagement einer schnelleren und kostengünstigeren Zielerreichung dienen kann
  • stärkere Differenzierung der einzelnen Facetten des Prozessmanagements von der Prozessmodellierung und -visualisierung auf der einen, Prozessimplementierung und -instanzierung in konkreter Projektmanagementumgebung auf der anderen Seite
  • Erarbeitung von Umsetzungsempfehlungen von Prozessreferenzmodellen, die starke Projektmanagementaspekte beinhalten (z. B. CMMI, SPiCE u. a.)
  • Bewertung der Prozessaffinität und -disziplin zahlreicher Projektmanagementansätze im Spiegel unterschiedlicher Branchen und Kulturen

Zielgruppen

  • Projektmanager (insbesondere prozessorientiert arbeitende Projektmanager)
  • Prozessmanager (insbesondere Verantwortungsträger für Projektprozesse)
  • Experten und Führungskräfte in Projekt- und/oder Prozessverantwortung (z.B. Produktmanager, Qualitätsmanager. Mitarbeiter im PMO etc.)
  • Trainer, Ausbilder, Lehrende, Berater, etc. (insbesondere Methodentrainer und Implementierungsverantwortliche)

Vom Wissenschaftler/Forscher, über den Praktiker und Anwender bis hin zum Studenten und persönlich Interessierten ist jeder herzlich eingeladen mitzumachen.

Organisation

  • Zentrales Gestaltungselement sind die Fachgruppentreffen (ca. 2 pro Jahr). Ausrichter ist jeweils ein Fachgruppenmitglied (eine Firma oder Institution), was uns gegenseitig reihum die Möglichkeit des besseren Kennenlernens eröffnet. (Durch die wechselnden Ausrichtungsorte sind Fahrtkosten und -zeiten langfristig gleichmäßig verteilt.)
  • Wir haben eine ehrenamtliche Fachgruppenleitung (siehe Kontakt) zur Organisation und Koordination der Themen und Veranstaltungen.
  • Zwischen den bundesweiten Erfahrungsaustauschen auf Fachgruppenebene arbeiten einige Arbeitsgruppen temporär und bedarfsorientiert. Zur Zeit sind das:
    • AG 1: Big Picture - zur ganzheitlichen Verzahnung von Projekt- und Prozessmanagement
    • AG 2: Organisation & Rollen - zur Verzahnung von Organisationsmethoden und Rollenmodellen im Projekt- und Prozessmanagement
    • AG 3: Methoden - Systematisierung von Methoden im Projekt- und Prozessmanagement, die sehr gut harmonieren
  • Bei Entstehung signifikanter Ergebnisse entstehen geeignete Publikationen in schriftlicher Form oder als Tagungsbeiträge.

Ergebnisse

Die wertvollsten Ergebnisse lassen sich nur schlecht dokumentieren und publizieren: es sind die seit Januar 2010 ausgetauschten Informationen und Erfahrungen, die über die Köpfe der Veranstaltungsteilnehmer den Weg in die Projekte und Prozesse finden. Die Vielzahl hochkarätiger Fachgruppenmitglieder (jeweils mehrere Hochschulinstitute, namhafte Firmen und Beratungshäuser aus Deutschland und Österreich) stellen ihr Know-how als Referent, Moderator oder Gastgeber von Fachgruppentreffen zur Verfügung. (Siehe Chronologie der Fachgruppentreffen.)

  • Auf dem PM Forum 2009 hat die Fachgruppe einen sehr gut besuchten Stream "Mit Prozessorientierung zum Lean Project Management" inhaltlich ausgekleidet und fünf Beiträge publiziert, was den Höhepunkt der arbeitsintensiven Gründungsphase der Fachgruppe dargestellt hat. (Tagungsband hier erhältlich).
  • Mit starken Kooperationspartnern (dem ProSTEP iViP Verein und dem Verband der Automobilindustrie, VDA) haben wir die „Recommendation for Schedule Management“ erarbeitet und publiziert; ein Anforderungskatalog an ein IT-basiertes Projekt-/Terminplanungstool, welches prozessorientierte Projektarbeit unterstützt. (Ergebnisse im free Download-Bereich)
    Inzwischen sind wir sehr eng mit Experten und Erfahrungsträgern des Windenergiesektors und dem Bundesverband Windenergie, BWE im Gespräch, um das viel beachtete Ergebnis der Automobilindustrie auf weitere Branchen zu übertragen.
  • Seit mehreren Jahren unterstützen wir tatkräftig das Kieler Prozessmanagementforum. Es findet jährlich am letzten Freitag vor Weihnachten statt - mit stetig steigender Teilnehmerzahl. (Siehe GPM Regionalgruppe Kiel)
  • Im Laufe der Jahre sind auch einige Fachbeiträge in Büchern, in Fachzeitschriften (wie z.B. in der PM-aktuell) oder im GPM BLOG erschienen.