COLOUM 2
GPM Aktuelles

Ergebnisse der Online-Befragung zu „Arbeitszeit im Projektmanagement“

Wie hoch sind die Arbeitszeiten im Projektmanagement und wie ist das Verhältnis von tatsächlicher, vertraglich vereinbarter und gewünschter Arbeitszeit? Unsere Online-Befragung „Arbeitszeit im Projektmanagement“ erbrachte aufschlussreiche Ergebnisse.


17.07.2014 - Gemeinsam mit der GPM hat die Otto-von-Guericke-Universität im Jahr 2013 eine Online-Befragung durchgeführt, deren Ergebnisse Aufschluss über die Arbeitszeiten im Projektmanagement geben sollten. Ein weiteres Ziel war es, Unterschiede zwischen (1) tatsächlichen, (2) vertraglich vereinbarten und (3) gewünschten Arbeitszeiten für eine souveräne Arbeitszeitgestaltung zu erhalten. Die Befragung richtete sich an Projektleiter sowie Mitarbeiter, die in Projekten tätig waren. 104 (auswertbare) Personen (40 % Frauen, 60 % Männer) nahmen teil. Zentrale Ergebnisse:

  • die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit ist bei Männern höher als bei Frauen (38,05 h/ 36,73 h pro Woche) und bei Personen in Führungspositionen höher als bei Personen ohne Führungsposition (38,54 h/37,30 h pro Woche)
  • 32,69 % (N = 34) geben an, dass die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit der tatsächlichen Arbeitszeit entspricht. Bei 67,31 % (N = 70) liegt zwischen der tatsächlichen und der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit eine Differenz vor. Durchschnittlich wird angegeben, dass 9,60 h mehr gearbeitet wird, als vertraglich festgelegt wurden (Standardabweichung (SD) = 7,91).
  • Aussagen zur gewünschten Arbeitszeit: 50 % (N = 52) geben an, die tatsächliche Arbeitszeit entspricht ihrer gewünschten Arbeitszeit. Insgesamt wird gewünscht, durchschnittlich 11,32 h weniger zu arbeiten, als tatsächlich gearbeitet wird (SD = 7,35).
  • 78 % der Befragten wünschen sich eine souveräne Gestaltung ihrer Arbeitszeit!
  • längere Organisationstätigkeit scheint mit einer souveräneren Gestaltung von Arbeitszeit einherzugehen: Teilnehmer mit mehr als zwei Jahren Tätigkeit in einer Organisation, verteilen ihre Arbeitszeit ungleichmäßig auf Arbeitstage und sprechen dieses nicht täglich mit ihrem Vorgesetzten ab. Sie verfügen über Arbeitszeitkonten und sind seltener an einen konkreten Arbeitsort gekoppelt.
  • je höher Erwartungen an Projektinhalte sind, umso bedeutender sind Zielvereinbarungen, d.h. bei F&E-Projekten mit hohem Innovationsgrad haben Zielvereinbarungen steigende Bedeutung.

Arbeitszeit ist neben Zielvereinbarungen und Incentives der Schlüssel auf dem Weg zum beruflichen Erfolg in der Wissensarbeit. Zur Umsetzung und Nutzen von Arbeitszeitsouveränität wird derzeit ein weiteres Forschungsprojekt vorbereitet.