Zukunftswünsche von Dr. Antonio Piscopo


Was wünschen Sie der GPM zum 40-jährigen Vereinsbestehen?

Projektmanagement ist mehr als eine reine Sammlung von Instrumenten und Methoden zum Umgang mit Herausforderungen. Projektmanagement ist Schule und Kunst, Handwerk und geistige Arbeit. In diesem Sinne, sollten Projektmanager wie moderne Kathedralenbauer verstanden werden, die Projekte durch Technik, Wissen und Teamarbeit erfolgreich zur Schönheit des vollkommenen Ganzen steuern und begleiten.

Genau das wünsche ich der GPM, dass sie diese Kultur des Projektmanagements weiterhin möglichst vielen Bereichen in der Wirtschaft, der Forschung, der öffentlichen Verwaltung, der Bildung und der Zivilgesellschaft zur Verfügung stellt.

Welche Themen werden bei der Zukunftsgestaltung des Projektmanagements und der GPM, Ihrer Meinung nach, eine wichtige Rolle spielen?  

In den letzten Jahren haben sich die Hashtags #Digital und #Agile sehr stark auch im Projektmanagement behauptet. In diesen Bereichen wird auch in der Zukunft weiterhin viel  für das Projektmanagement zu tun sein. Allerdings denken viele noch, dass diese beiden Phänomene, die unmittelbare Antwort auf alle Fragen wären. Mit einer besonneneren und pragmatischeren Haltung jedoch, wird es klarer, dass der Überbegriff zu diesen Themen eigentlich #Transformation und #Adaption heißt.

In der Zukunft werden sich Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und die Gesellschaft immer intensiver mit dem Faktor Veränderung auseinandersetzen. Dabei wird Projektmanagement eine Schlüsselrolle einnehmen, weil die Dynamik der Veränderung in der Natur des Projektmanagements liegt. Projekte können sowohl Instrumente der notwendigen adaptiven Transformation, als auch Mittreiber tiefgreifenden Wandels sein. Elemente des Wandels, wie Unsicherheit und disruptive Elemente, finden sich auch im Projektmanagement wieder, nur sorgt dieses letztendlich dafür, aus dem Chaos wieder Ordnung, Orientierung und Sicherheit zu schaffen.

Das macht aus Projektmanagern nicht nur Experten des „magischen Dreiecks“, sondern auch Meister darin, in dynamischen Zeiten – sehr adaptiv – Ziele zu erreichen und Zukunft zu gestalten. Das wird eine zunehmend starke Devise sein.

Das bedeutet, Maschinen werden uns sicherlich immer zahlreicher Gesellschaft leisten und uns dabei helfen, technische Aufgaben effizienter und mit weniger Aufwand umzusetzen.  Und die GPM wird uns immer stärker dabei unterstützen, mehr als Leader zu agieren und uns weiterhin als Kathedralenbauer wahrzunehmen.