Wie werden Projekte „schlank“?

Der Termin liegt in der Vergangenheit.

Derzeit ist in vielen Organisationen eine Diskussion um die „richtige“ Vorgehensweise zur Abwicklung von Projekten im Gange. Diese Diskussion kreist um die Begriffe „klassisch“ und „agil oder hybrid“. Wie meistens bei solchen Diskussionen positionieren sich die Diskussionsteilnehmer nach „Lagern“.

Das „Lager“ der agilen Vertreter argumentiert mit der mangelnden Prognostizierbarkeit bei langen Projektlaufzeiten, der Ehrlichkeit in Planungsaussagen sowie der Notwendigkeit der Flexibilität im Eingehen auf sich ändernde Kundenwünsche. Das „Lager“ der Vertreter des klassischen Projektmanagements“ kontert dagegen mit der Notwendigkeit zu Festpreisverträgen und belastbarer Planungsgrundlagen gegenüber dem Kunden als auch organisationsintern. Das „Lager“ der hybriden Vertreter schließlich schlägt moderierend vor, „das Beste aus beiden Welten“ zu kombinieren. In der Diskussion der „Lager“ wird dabei häufig übersehen, worum es beim Management von Projekten eigentlich geht oder gehen sollte:

1.     Das optimale Aufwand-Nutzen-Verhältnis aus Kundensicht zu identifizieren
2.     Auf die wertschöpfenden Arbeitspakete und Arbeitsprozesse zu fokussieren
3.     Eindeutige Verantwortlichkeiten, Aufgaben und Kompetenzen auf der niedrigst möglichen Organisationsebene zu etablieren
4.     Einen kontinuierlichen und schnellen Fluss der Ergebnisse durch die Limitierung angefangener Arbeit zu ermöglichen
5.     Fehler sofort zu identifizieren und nachhaltig zu beseitigen

Diese fünf Prinzipien können als die grundlegenden Prinzipien eines „Lean Project Managements“ gelten. Sind diese verstanden, lassen sie sich in Methoden und Werkzeuge umsetzen, die Optimierungspotenziale sowohl in klassischen als auch in agilen Projektvorgehensweisen aufzeigen. Darüber hinaus geben sie den Blick frei für neuartige hybride oder ganz innovative Vorgehensweisen im Projektmanagement. Am Ende ist nicht mehr der Ansatz entscheidend, sondern die Umsetzung dieser Prinzipien im jeweiligen Ansatz. In der Veranstaltung sollen in einem ersten Teil diese Prinzipien durch konkrete Beispiele verständlich gemacht werden. In einem zweiten Teil wird den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in ihren Projekten zu diskutieren.

Zum Referenten: Rainer Erne, Jahrgang 1969, ist Professor für Produkt-, Prozess- und Projektmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Nach Abschluss seiner Studiengänge der Theologie, Sozialwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Tübingen, Dublin und Leipzig begann sein beruflicher Werdegang 1998 bei IBM Global Services im Projektmanagement für Kundenprojekte. Anschließend wechselte er in die Beratung, in der er für die Firma Vector Consulting Kunden aus dem Automotive-Bereich in Fragen der Optimierung von Entwicklungsprojekten und -prozessen unterstützte. Darauf folgte ein vierjähriger Forschungs-Aufenthalt am Institut für Prozess- und Produkt-Engineering der FH Vorarlberg. Diese Zeit schloss er mit dem PhD an der Universität Leeds in den genannten Themenbereichen ab. Anschliessend hatte er für 6 Jahre die Projektleitung für einen Merger von zwei Entwicklungsbereichen bei der Robert Bosch GmbH inne. 2012 nahm er den Ruf als Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen an für die oben genannten Themengebiete. Daneben begleitet er auf freiberuflicher Basis wissens-intensive Unternehmen bei der Entdeckung, Entwicklung, Markteinführung und Pflege von Produkt-, Prozess- und Geschäftsmodell-Innovationen.

Veranstaltungsort

Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Moltkestrasse 30
Gebäude M, Raum M202
76133 Karlsruhe

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