Mit Projekten die Zukunft gestalten

Ethische Herausforderungen für Projektleitungen in schwierigen Zeiten

Der Termin liegt in der Vergangenheit.

Die Regionalgruppe Nürnberg nimmt ihre Arbeit nach längerer Pause wieder auf – mit einer Veranstaltung unter dem Titel „Mit Projekten die Zukunft gestalten – ethische Herausforderungen für Projektleitungen in schwierigen Zeiten“.

Die Entscheidung, welche Projekte aufgelegt werden, liegt meistens in den Händen des Projektauftraggebers und wird insofern als herausragende Führungsaufgabe betrachtet. Die Projektleitung ist insofern bloß Auszuführende. Die Verantwortung für den Auftrag liegt bei der Geschäftsleitung. Die Projektleitung verantwortet somit lediglich die effiziente Ausführung des Projektes. Moralische Aspekte der Projektleitung beziehen sich dann vor allem auf den Umgang mit ProjektmitarbeiterInnen und KundInnen.

Dieser Blickwinkel erscheint jedoch sehr eingeschränkt. Die Projektleitung trägt auch eine Mitverantwortung für das Projektergebnis und dessen Folge- und Nebenwirkungen. Professionelles Projektmanagement verlangt in der Startphase des Projektes eine gründliche Umfeldanalyse und damit verbunden eine Analyse der Chancen und Risiken. Aber was tun als Projektleitung, wenn sich abzeichnet, dass das Projekt im Umfeld Schaden anrichten wird?

Bedenkliche Beispiele gibt es genug: Denken wir an den Diesel-Skandal, oder an die Kritik, die sich Siemens wegen des Projektes beim Kohlekraftwerk in Australien einhandelt.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der VW AG, sagte im März letzten Jahres auf einem Managementtreffen: „Ebit macht frei“. Einmal abgesehen davon, dass dieser Satz angesichts der deutschen Geschichte eine unerhörte Geschmacklosigkeit ist, könnte man diesen Satz auch lesen als „Gewinn rechtfertigt alles“. Ist das so?

MitarbeiterInnen unterliegen nach deutschem Arbeitsrecht der Weisungsbefugnis ihrer Vorgesetzten. So ohne weiteres können sie sich einem Projektauftrag nicht entziehen. Aber wie jeder Mitarbeiter oder jede Mitarbeiterin können sie sich im Projektumfeld für Compliance und Integrität einsetzen. Und das Unternehmen kann das eigene Managementsystem, die formelle und informelle Organisation so ausgestalten, dass die Firmenmitglieder eine Leitlinie und geeignete Instrumente in die Hand bekommen, um schwierige Entscheidungssituationen verantwortungsbewusst zu bewältigen.

 

Frau Prof. Annette Kleinfeld wird von der "Stiftung - CLUB OF HAMBURG" und dem Entwicklungsmodell "Erfolg mit Anstand" berichten. Es geht dabei um den Versuch, Business Excellence und Corporate Responsibility praxistauglich zusammenzuführen.

Herr Prof. Dr. Klausing – Präsident der GPM – wird im Anschluss daran etwas zu den Werten der GPM sagen und ausführen, welche Bedeutung die Diskussion um entsprechende Fragestellungen aus seiner Sicht für die GPM und darüber hinaus hat.

Unter Bezugnahme auf den Ethik-Kodex der GPM wird u.a. die Frage zu klären sein, wie Projektleitungen in Zeiten großer Transformationen eine für die alltägliche Arbeit hilfreiche Richtlinie verantwortbaren Verhaltens finden können.

 

Gerne begrüßen wir auch Mitglieder aus anderen, insb. den benachbarten Regionen.

Wenn Sie sich in diese Diskussion einbringen wollen, dann setzen Sie sich doch bitte mit Joachim Rottluff, Mitglied der Regionalgruppenleitung Nürnberg, j.rottluff@gpm-ipma.de oder 0171 54 77556 in Verbindung.

Veranstaltungsort

GPM Hauptgeschäftsstelle
Am Tullnaupark 15
Raum Orinoco
90402 Nürnberg

Weiterführende Links und Downloads