Tag des internationalen Projektmanagements

Für erfolgreiche und erfolgsorientierte Projektmanager gibt es typische Entwicklungswege (häufig auch als Projekt-Karrierepfade bezeichnet), die von der Projektbeteiligung über die Projektleitung und sich stetig vergrößernde Verantwortungsbereiche bis in das internationale Projektgeschäft führen. Eine solche Entwicklung ist sehr reizvoll, aber nicht immer ganz einfach. Im Gegenteil. Insbesondere an der Schnittstelle zu internationalen Projekteinsätzen wird häufig festgestellt, dass auch erfahrene Projektmanager plötzlich mit Situationen konfrontiert sind, die sie vorher nicht kannten.

Solide Englischkenntnisse sind ein notwendiges, aber kein hinreichendes Kriterium für einen erfolgreichen Auslandseinsatz. Das Gleiche gilt für den Besuch eines interkulturellen Trainings und die persönliche, sehr konkrete Auseinandersetzung mit den Gepflogenheiten des Gastlandes. Mitarbeiter mit anderem Wertesystem und anderem Sozialverhalten erfordern auch andere Führungsinstrumente. Vokabeln wie Pünktlichkeit und Qualitätssicherung kann man zwar übersetzen, aber wie kann man sie im Projektalltag sicherstellen? Und das sind noch die einfachen Fälle.

Vor Ort trifft man auf Baustelleninspekteure, deren Uniform und deren Befugnisse man nicht kennt. Steuern, Zölle und Abgaben kennt man zwar aus Deutschland, im Auslandseinsatz fehlt dem Projektleiter aber das BackOffice, bestehend aus PMO, Controlling und Steuerberater. Können meine in den USA gehosteten Daten noch wirksam geschützt werden oder erlaubt das US-Recht einen Zugriff darauf? Wie kann ich für 50 entsendete deutsche Kollegen vor Ort angemessenen Wohnraum bereitstellen und ggf. für die mitreisenden Ehepartner Arbeitserlaubnisse beschaffen? Und wo fangen die Probleme wirklich an? Erst wenn man in Südamerika mit Korruption konfrontiert wird oder schon an der Grenze zu Österreich, wo die Unterschiede zwar nur minimal sind, aber gerade deshalb gern unterschätzt werden? Wenn die nachträgliche Korrektur von Unterlassungssünden in formalen Prozessen nicht nur Zeit und Geld kostet, sondern gänzlich den pünktlichen Go live verhindert oder die Projektrendite auf Null reduziert, dann ist es zu spät.

Damit genau das nicht passiert, treffen sich Experten und Erfahrungsträger einmal im Jahr zum Tag des internationalen Projektmanagements, genießen aktuelle Vorträge zu dem Thema und tauschen Erfahrungen aus. Werden auch Sie Teil einer Community, die schon viel erlebt hat, aber trotzdem nie auslernt.