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SCRUM BACKSTAGE - Die Theorien hinter dem Framework

32 Teilnehmer – 32 Grad. Bei tropischen Temperaturen lieferte Gregor Mönnighoff online einen Blick hinter die Kulissen von Scrum.

21.07.2021 – „Macht Scrum das Leben einfach(er)?“ mit dieser provokanten Frage beginnt Mönnighoff seinen Vortrag, bevor er mit einem Blick auf die Entstehungsgeschichte von Scrum in seinen Vortrag einsteigt. „Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber auf Subjektivität“ so Mönnighoff. Getreu dieser Ankündigung stellt er in vier Bereichen „Dynamische Umfelder“, „System“, „Teams“ sowie „Verschwendung“ ausgewählte psychologische Experimente, Geschichten und Zusammenhänge vor, die den Teilnehmern die Gedankengänge der beiden Scrum-Väter näherbringen und Scrum begreifbar machen.

Aus Sicht des Referenten schaffen Kenntnisse über die prägenden Faktoren, die dem Scrum-Framework zugrunde liegen, bei der Entscheidung für oder gegen die Einführung von Scrum entscheidende Vorteile. Ohne Wissen über das grundlegende Wesen von Scrum ist die Einführung von Scrum schnell sinnentleert und es droht ein Scheitern, da die Tragweite der Entscheidung dem Unternehmen nicht klar ist. „Scrum stellt hohe Anforderungen an die Teams und deren Führung“, so der Referent. „Wir öffnen die Geldbörse und schließen den Mund“ zitiert Mönnighoff eine Stimme aus dem Top-Management. Danach berichtet er über den Vortrag „Agil is Dead“ von Dave Thomas, einem der Autoren des Agilen Manifests. In diesem emotionalen Vortrag echauffiert er sich darüber, dass Unternehmen agile Methoden oft einführen, ohne deren Werte zu kennen. Dabei besitzen die agilen Werte keinen Selbstzweck. Die Ausrichtung an den Werten soll, letztendlich immer zu einem höheren Produktivitätsniveau führen. So ist die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit in Scrum nicht altruistisch motiviert, sondern soll die Motivation und die Kreativität der Mitarbeiter steigern. Mönnighoff nennt es „das Spiel über Bande“.

Neben der Chance auf eine erfolgreiche Einführung von Scrum bieten die Erkenntnisse über die Wurzeln noch einen weiteren Vorteil, erläutert Mönnighoff.  Da das Scrum-Framework ein „Best of“-Puzzle aus verschiedenen Management-Theorien und Erfahrungen ist, können Unternehmen das Puzzle wieder in seine Einzelteile zerlegen und diese Teile für sich nutzen, ohne gleich das ganze Scrum-Framework übernehmen zu müssen. Die meisten Grundlagen von Scrum kommen ja auch aus einer Zeit, in der die Worte „agil“ und „Scrum“ eher auf dem Sportplatz als in den Management-Etagen Bedeutung besaßen. Warum sollten klassische Unternehmen und Projekte diese also nicht für sich nutzen? In diesem Sinne schließt Mönnighoff seinen Vortrag mit dem Aufruf „Klaut bei Scrum zurück!“

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar einer Teilnehmerin:

„Vielen Dank für den super vorbereiteten, praxisnahen und humorvollen Vortrag. War bisher die beste Zusammenfassung der SCRUM Hintergründe.“

 

Quellen:

  1. Scrum: The Art of Doing Twice the Work in Half the Time  von Jeff Sutherland 2015
  2. The Scrum Fieldbook: A Master Class on Accelerating Performance, Getting Results, and Defining the Future von J.J. Sutherland 2019