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PM-Systeme, Menschen und selbstgemachte Wunder: Der PMO Tag 2019

PMOs sind die Treiber der digitalen Transformation. Aber wie müssen sie dabei mit den Menschen umgehen, sie führen? Diese Frage prägte den PMO Tag 2019, die führende deutschsprachige PMO-Veranstaltung, die am 21. Oktober in Nürnberg zum insgesamt neunten Mal stattfand. Rund 400 Besucher erlebten spannende Impulse, innovative Formate und anregende Diskussionen.

21.10.2019 – PM-Systeme bieten wichtige Antworten auf die Herausforderungen der digitalisierten Welt. Wichtig ist aber, dabei auch die leisen Töne wahrzunehmen und empfindsam mit den Menschen umzugehen. Das betonte Astrid Beger, Leiterin des Fachbeirats PMO Tag, die gemeinsam mit ihren Fachbeiratskollegen Manfred Baumann und Dr. Jörg Klein sowie GPM Präsident Prof. Dr. Helmut Klausing den PMO Tag eröffneten und rund 400 PMO-Experten begrüßten.

Bevor es in die Workshops und Fachvorträge ging – die Teilnehmer hatten die Wahl zwischen vier Themenstreams –, schworen mit Louis Lewitan und Werner Motzet zwei Top Speaker das Publikum thematisch auf den weiteren Tag ein.






 

 

 

 

 

Projektmanagement bedeutet: sich auszutauschen und nach der besten Lösung zu suchen. Dafür braucht es einen Dialog und die Fähigkeit, sein Gegenüber zu begreifen. Genau diese Fähigkeit aber fehlt „emotionalen Analphabeten“, weiß Louis Lewitan. In seinem Auftaktimpuls zum PMO Tag 2019 erklärt der Psychologe und Coach, was Führungskräfte und PMOs schaffen können, wenn sie sich zu ihren Fehlern, aber auch ihren Stärken bekennen. Wer keine Angst vor Entscheidungen hat, Orientierung gibt, seine Mitarbeiter begreift, Anerkennung und Lob verteilt, aber auch Klartext spricht und Konflikte angeht – der ist das Gegenteil eines emotionalen Analphabeten.






 

 

 

 

 

Auch Behörden können agil sein – das bewies Werner Motzet von der Bundesagentur für Arbeit (BA) in seinem Vortrag mit anschließender Diskussion, der an den Impuls von Louis Lewitan anknüpfte. Motzet ist „Katalysator“ beim IT-Systemhaus der BA, ein Titel über den er seine Mitarbeiter hat abstimmen lassen. Als Praxisbeispiel berichtete er von seinem agilen Großprojekt, der Einführung eines neuen Softwaretools und verriet einige Erfolgsheimnisse. So setzt er auf Experimentieren statt Change, Lernkultur statt Führungskultur, auf volle Transparenz, auf L³ (lebenslanges Lernen) und vor allem auf das Vorleben durch die Führungskräfte.

Werner Motzet und sein Kollege Dr. Roland Deinzer, Leiter der Unternehmensentwicklung und des strategischen Controllings bei der BA, standen anschließend auch in der „Nahaufnahme“ Rede und Antwort, einem neuen partizipativen Format in bewusst klein gehaltenem Rahmen. Vergessen agile Projektmanager und New-Work-Propheten manchmal den Rest der Organisation? Ist hybrides PM das Allheilmittel oder „nichts Halbes und nichts Ganzes“? Rund um diese kontroversen Thesen entspann sich eine spannende Diskussion über Theorie und Praxis von agilem Projektmanagement.





 

 

 

 

 

 

Aber der PMO Tag 2019 hatte natürlich noch sehr viel mehr zu bieten. Die gute Nachricht für alle, die nicht alle Vorträge besuchen konnten, die sie gerne gesehen hätten: Alle Programmpunkte fasste Slampoetin Dominique Macri zusammen – und setzte damit einen künstlerischen Glanzpunkt. Sie verarbeitete die Ereignisse des Tages in einem Gedicht, ein 15-minütiges Potpourri, „PMO in a Nutshell“, das sie dem staunenden Publikum darbrachte.






 

 

 

 

 

Damit leitete sie auch gleich über zur Keynote des Tages von Sina Trinkwalder. Die erfolgreiche Unternehmerin inspirierte die PMO-Experten vor Ort mit ihrem ungewöhnlichen Lebenslauf. „Alles hat sich geändert, seit ich beschlossen habe, nicht mehr erfolgreich zu sein, sondern wertvoll“, sagt Trinkwalder, und: „Der größte Change muss in einem selbst passieren“. Der Auslöser, aus dem Hamsterrad unserer Leistungsgesellschaft auszubrechen, die „Stecknadel in der Filterblase“, war bei ihr ein Erlebnis mit einem Obdachlosen. Aus der Entscheidung, etwas Relevantes für die Gesellschaft zu tun, entstand ihr Unternehmen manomama GmbH, das allen eine Chance bietet, die aus dem Raster der Leistungsgesellschaft gefallen sind. „Vertrauen muss man schenken, dann kommt es als Verantwortung zurück“ – das ist Sina Trinkwalders Überzeugung. Dann kann aus Unternehmen Heimat werden, ein Raum, wo Würde entsteht.

Damit war aber immer noch nicht Schluss mit dem abwechslungsreichen Programm des PMO Tag 2019. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr wartete auch in diesem Jahr ein Amuse Gueules Parcours, der den Teilnehmern kleine Wissenshäppchen mit auf den Nachhauseweg gab. Doch zuvor gab es zum Ausklang des Tages noch leckeres Essen und reichlich Gelegenheit zum Netzwerken.