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5. D-A-CH-Forschungswerkstatt – Ein Plädoyer für einen neuen Umgang mit Scheitern in Projekten

Die Ziele für die 5. D-A-CH Forschungswerkstatt am 29. und 30. Oktober 2018 in Berlin waren hochgesteckt. Nicht weniger als einen neuen Umgang mit dem Tabu Scheitern wollten die Projektmanagementexperten aus Wissenschaft und Praxis entwickeln.

16.01.2019 – Um dies zu erreichen, diskutierten und analysierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in den Räumen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin zwei Tage lang in verschiedenen Formaten die unterschiedlichen Facetten des Scheiterns.



Dabei ging es der Koordinatorin der Forschungswerkstatt Prof. Dr. Yvonne Schoper nicht nur um ein grundsätzliches Verständnis davon, was Scheitern und das Unangenehme am Scheitern sind, sondern auch um einen intensiven Umgang mit persönlichen oder Projekt-Fehlschlägen. Ein Einblick in die Welt der FuckUp Nights und ein Workshop „Failure for Beginners“ durchgeführt von einem professionellen Clown forderten die Teilnehmer auf, ihre Hemmungen vor einem öffentlichen Umgang mit dem Scheitern abzulegen. Die systemtheoretische Perspektive des Scheiterns zeigte, dass Scheitern meist systemisch bedingt ist und kann helfen, Fehlschläge in Projekten besser verstehen zu lernen.

Eine weitere interessante Quelle der Inspiration war die Beschäftigung mit unterschiedlichen Branchen und Berufsgruppen, und deren Umgang mit Misserfolg. Angefangen bei Start-up-Unternehmen und Architekten, für die Scheitern zur akzeptierten Praxis gehört, oder Profi-Sportler und Politiker, deren Scheitern oft öffentlich diskutiert wird – sie alle können neue Impulse für das Projektmanagement und für Projektmanagerinnen und Projektmanager geben.

Auch bei einer Führung durch den umliegenden Kiez Oberschöneweide stand das Thema Scheitern im Vordergrund. Der einst vom Industriekonzern AEG geprägte Stadtteil Berlins galt lange als gescheitert und wird nun unter anderem durch den Campus der HTW Berlin wiederbelebt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Fazit konnten die Beteiligten der 5. D-A-CH-Forschungswerkstatt mitnehmen, dass das Scheitern einen festen Platz in der Welt des Projektmanagements benötigt. Der offene und proaktive Umgang mit Fehlschlägen und das Nutzen der Erfahrungen gerade auch aus Projektmisserfolgen können das Projektmanagement signifikant weiterbringen. Insbesondere im Zuge der Einführung der ICB 4 – dem aktuellen PM-Standard der IPMA, der stärker als bisher den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt –, ist ein neuer Umgang mit Scheitern in Projekten ein wichtiger Schritt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Koordinatorinnen der D-A-CH Forschungswerkstatt Prof. Dr. Martina Huemann (pma), Prof. Dr. Yvonne Schoper (GPM), Katrin Reschwamm (spm) (v.l.n.r.)