Roland Gutsch Project Management Award

Projekte machen Zukunft. Diese Überzeugung bildet das Fundament für die Arbeit der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. Eine Überzeugung, deren Gültigkeit Projektmacher in Wirtschaft und Gesellschaft jeden Tag aufs Neue beweisen, indem sie große Aufgaben und Ideen in erfolgreichen Projekten realisieren.

Um ihnen für ihre Leistung Anerkennung und Dank auszusprechen, hat die GPM 2007 den Roland Gutsch Project Management Award ins Leben gerufen. Mit der Auszeichnung würdigt sie die Menschen hinter den Projekten und ihren Beitrag zu Innovation und Fortschritt – in allen Feldern des gesellschaftlichen Lebens: Die Preisträger des Roland Gutsch Project Management Award haben beispielsweise die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2006 organisiert, die berühmte Frauenkirche in Dresden wiederaufgebaut oder sie schützen Millionen Menschen mit einem Frühwarnsystem vor Tsunamis. Sie sind Wegbereiter, Vordenker, Möglichmacher.

Sie zeigen uns beispielhaft, wie es gelingt, neue Lösungen für immer komplexere Aufgaben zu finden. Und verschaffen dem Projektmanagement made in Germany Weltgeltung.

Die Preisträger 2019

Foto: Thomas Ernst, www.ernst-fotos.de

 

Emscher-Umbau und „Deutschland spricht“ erhalten Auszeichnungen für hervorragendes PM

Was haben der millionenschwere und seit Jahrzehnten andauernde Rückbau eines Abwasserkanals in Nordrhein-Westfalen und eine Online-Plattform, über die sich tausende Bürgerinnen und Bürger zum politischen Zwiegespräch trafen, gemeinsam? Ganz einfach: hervorragendes und mutiges Projektmanagement – deswegen wurden beide Projekte jetzt im Rahmen des Roland Gutsch Project Management Awards 2019 ausgezeichnet.

 

Eine Region mit Zukunft

Foto: Thomas Ernst, www.ernst-fotos.de

Das Gebiet zwischen Holzwickede und Dinslaken in Nordrhein-Westfalen ist der Schauplatz eines Generationen-Projekts: dem Emscher-Umbau. Hier in der Emscher-Region wurde vor knapp 100 Jahren aus einem Nebenfluss des Rheins, ein menschengemachtes, offenes Abwasserkanalsystem. Seit 1992 wird daran gearbeitet, dem Fluss sein ursprüngliches Gesicht zurückzugeben und damit eine gesamte Region positiv zu verändern: Ein Millionen-Projekt der öffentlichen Hand.

Seit über einem Jahrzehnt koordiniert die Emschergenossenschaft den Emscher-Umbau, so erfolgreich und reibungslos, dass das Projekt einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sein dürfte – denn Schlagzeilen machen vor allem Projekte, wenn etwas schief läuft.  Diese herausragende Leistung guten Projektmanagements ist sehr maßgeblich dem Leiter des Geschäftsbereichs Planung und Bau bei der Emschergenossenschaft, Norbert Stratemeier, und seinem Team zu verdanken.

Dafür wurde Stratemeier am 27. Mai 2019 mit dem renommierten Roland Gutsch Project Management Award ausgezeichnet. Die stellvertretende Juryvorsitzende Prof. Dr. Yvonne Schoper hob besonders das exzellente Stakeholder-Management hervor und erwähnte die vielen beteiligten Ebenen und Akteure bei diesem Generationen-Projekt: „Eine neue Entwicklungsperspektive für die gesamte Region zu schaffen, den Menschen das Gefühl zu geben, dass etwas Großartiges passiert, dass sich ihre Umwelt spürbar verbessert, die Menschen einzubinden und von der Idee zu begeistern: Alle tragen sie die Leidenschaft dieser Zukunftsvision mit. Teil einer großen Vision zu sein, das ist dem Projektleiter und seinem Team von Emscher-Umbau eindrucksvoll gelungen“, lobte die Juryvorsitzende.

Armin Laschet, Ministerpräsident NRW und Laudator, zeigte sich begeistert von der professionellen Leistung der Emscher-Genossenschaft und des Projektteams und sagte per Videobotschaft: „Die Leistung des Projektteams und aller Menschen, die den Emscher-Umbau ermöglichen, macht unser Land Nordrhein-Westfalen noch schöner und noch lebenswerter. Der Emscher-Umbau ist ein einzigartiges Projekt, das weit über die Region hinausstrahlt. Ausgezeichnet wird heute das professionelle Management dieses Projekts. Machen Sie weiter so!“

Foto: Thomas Ernst, www.ernst-fotos.de

 

Norbert Stratemeier betonte in seiner Dankesrede die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit im Projekt-Team.  Er plädierte dafür, Projektteams einen guten Rahmen zu geben, in dem sie selbständig und verantwortungsvoll das Projekt umsetzen können. Den Anwesenden gab er einen eindringlichen Rat mit: „Schenken Sie Vertrauen und lassen Sie die Teams einfach machen!“

 

Demokratie erlebbar machen

 

Foto: Thomas Ernst, www.ernst-fotos.de

In Zeiten von politischem Desinteresse, von immer weiter auseinander-driftenden Meinungen innerhalb der Bevölkerung, von Hass und Hetze im Netz braucht es, um gegenzusteuern, manchmal nur eines: Ein persönliches Gespräch auf Augenhöhe.

Doch wie soll das funktionieren, wildfremde Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zu einem Vier-Augen-Gespräch an einen Tisch zu bekommen, um über politische Themen zu diskutieren? Ausgehend von dieser Frage hat sich das Projekt-Team von Zeit Online das ambitionierte Ziel gesetzt, genau das zu schaffen – mit bahnbrechendem Erfolg. Denn am 23. September 2018 trafen sich Tausende Menschen in ganz Deutschland zum Zwiegespräch. Insgesamt elf Medienhäuser riefen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam zu der Aktion „Deutschland spricht“ auf.

Mit dem diesjährigen Sonderpreis für zivilgesellschaftliches Engagement des Roland Gutsch Project Management Awards wurde das Projektteam um Maria Exner, Philip Faigle, Sebastian Horn und Jochen Wegner (ZEIT ONLINE) sowie Harry Keller (diesdas.digital GmbH) ausgezeichnet. Mit „Deutschland spricht“ ist eine Plattform für politische Zwiegespräche entwickelt worden, mit dem Ziel Menschen zusammenzubringen, die politisch völlig unterschiedlich denken.

„Deutschland spricht‘ steht stellvertretend für Projekte eines neuen Typus: Es steht für Innovation und den Umgang mit Komplexität und Ungewissheit“, begründete die Jury ihre Auswahl. „Deutschland spricht“ durchbreche die durch die Nutzung sozialer Medien verstärkte Tendenz sich nur mit Menschen auszutauschen, die die eigene Meinung bestätigen. Menschen mit sehr unterschiedlichen Meinung in einen Dialog zu bringen, damit leiste das Projekt einen aktiven Beitrag dazu, Demokratie erlebbar zu machen.

Oliver Jarasch, Abteilungsleiter Aktuelle Magazine beim Rundfunk Berlin-Brandenburg betonte in seiner Laudatio die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts: „Die scheinbar erstarrten Grenzen der verschiedenen Lager scheinen aufgebrochen, für einen Moment egal. Diskurs ist hier kein Fake, sondern beruht auf Interesse. Dieses Projekt baut Brücken“.

Foto: Thomas Ernst, www.ernst-fotos.de

„Mit Projekten Deutschlands Zukunft gestalten“: So lautet der Titel der Konferenz, mit der die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. beim 7. Zukunftskongress Staat & Verwaltung 2019 als Hauptpartner auftrat und in dessen Rahmen der Roland Gutsch Project Management Award verliehen wurde. Der Emscher-Umbau und „Deutschland spricht“ sind ausgezeichnete Beispiele, die dieses Motto lebendig machen und auf außergewöhnliche Weise dazu beitragen, die Zukunft Deutschlands positiv zu gestalten.