COLOUM 2
GPM Aktuelles

GPM maßgeblich an Pilotdurchführung für neues PM-Assessment der IPMA beteiligt

Kurz vor Jahresschluss 2009 war die GPM noch in ein Projekt ganz besonderer Art involviert, nämlich die internationale Pilotierung eines neuen Assessment-Verfahrens der IPMA International Project Management Association.
Reinhard Wagner, GPM Vorstand für PM-Forschung und Facharbeit und maßgeblich an der Entwicklung des PM-Assessments beteiligt, reiste kurz vor Weihnachten in die Ukraine, um als Lead-Assessor das Assessment umzusetzen. Es ging dabei um die Project Management Unit des Chernobyl Nuclear Power Plant. Diese Einheit wickelt seit dem Unfall im Jahr 1986 eine Reihe von komplexen Projekten ab. So wurde der Unfallreaktor gesichert und mit einem Schutzmantel umgeben, die direkte Umgebung wurde aufgeräumt und mit einem weiträumigen Schutzzaun abgesperrt. Momentan wird eine riesige Schutzhülle aus Stahlbeton projektiert, die den Unfallreaktor komplett umhüllen und so den Austritt von Strahlung verhindern soll. Das Projekt mit einem Volumen im oberen dreistelligen Millionenbereich wird von der Europäischen Bank für Wiederaufbau finanziert und stellt selbstverständlich höchste Anforderungen an die Planung und Umsetzung. Ein Konsortium internationaler Konzerne ist im Auftrag der ukrainischen Regierung für das Projekt zuständig.

Am Assessment nahmen neben Reinhard Wagner auch noch Sergey Bushuyew (Präsident der ukrainischen Projektmanagement-Gesellschaft UPMA) und Alexandr Tovb (Vice President Certification IPMA) teil (siehe Bild unten). Nach der Ankunft in Kiew reiste das Team im Schneesturm nach Slavutich an die weißrussische Grenze, wo in sicherem Abstand zum Unfallreaktor fast 30.000 Menschen in einer künstlichen Stadt leben und ihren wertvollen Dienst zum Schutz von Umwelt und Menschheit leisten. Das PM-Assessment erfolgte nach den Regelwerken der IPMA und war für alle Beteiligten erfolgreich. Es konnten die Stärken der Projektmanagement-Einheit genauso aufgezeigt werden wie Gebiete, auf denen noch Verbesserungsbedarf besteht. Mit dem Assessment wurden auch die Beziehungen zwischen den Projektmanagement-Gesellschaften beider Länder gestärkt, weitere Projekte und gegenseitige Besuche sind geplant.


v.l.nr.: Sergey Bushuyew, Reinhard Wagner und Alexandr Tovb

Im Januar folgt das nächste PM-Assessment nach dem neuen IPMA-Standard. Da es sich dabei um ein IT-Dienstleistungsunternehmen im Raum Stuttgart handelt, wird der Einsatz sicher nicht ganz so spektakulär wie in der Ukraine. Damit kann das Verfahren weiter optimiert und für den regulären Betrieb vorbereitet werden.